Vor exakt zwei Tagen hatten 'Fettlogik überwinden' und ich unseren 2. Jahrestag. Vor zwei Jahren las ich in einer Nacht- und Nebelaktion das Buch und beschloß, etwas an meinem Gewicht von 105,4 Kilo zu ändern (Höchstgewicht war bei mir 120 Kilo). Das Buch war mein Augenöffner. Es half mir, die Kontrolle über meinen Körper zurückzugewinnen. Mein Körper und ich sind heute eine selbstverständliche Einheit. Er ist viel schmaler geworden, gleichzeitig aber auch viel stärker. Ich habe jetzt Muskeln, bin aber immer noch skinny fat (was sich in den nächsten Monaten noch ändern wird). Ich habe keine Knieschmerzen mehr, kann mich ohne Schwierigkeiten bewegen und stehe fest mit beiden Füßen im Leben. Etwas, was ich vorher nicht war. Mir ist bewusst geworden, dass ich übergewichtig sehr oft gestolpert bin oder generell unsicher auf den Füßen war. Vor einem Jahr erreichte ich Normalgewicht. Und wurde dann faul. Ich verlor mein Zielgewicht (68 Kilo) aus den Augen, nahm wieder etwas zu, wieder etwas ab etc. Seit ein paar Tagen läuft es aber wieder. Und so kann ich heute stolz verkünden, dass ich jetzt eine U73 bin. Top motiviert bis in die Haarspitzen, um mein Ziel zu erreichen. Seit ich das Buch zum ersten Mal las, sind 32,6 Kilo runter. Mit der vorherigen Abnahme sind es insgesamt 47,2 Kilo. Wenn ich diese Zahlen sehe, kann ich überhaupt nicht glauben, was da mit mir passiert ist. Würde mir heute jemand sagen, dass ich jetzt 47 Kilo tragen müsste, würde ich wohl zusammenbrechen.
Aus meinem Umfeld gibt es weitere Erfolgsnachrichten. Den Mann hat es auch gepackt und er hat mal eben 22 Kilo in 4 Monaten abgenommen (Mich hat seine Figur übrigens nie gestört. Ihn meine auch nicht, denn er hat mich mit 110 Kilo kennengelernt). Es war spannend, ihn bei der Abnahme zu begleiten, so wie er es bei mit tat bzw. noch tut. Außerdem bin ich Dank ihm wieder neu motiviert, endlich das Ziel zu erreichen.
Mein Körper hat die Abnahme ziemlich gut verkraftet. Natürlich hängt da Haut, aber es hätte viel schlimmer sein können. Außerdem bildet sich auch immer noch etwas Haut zurück. Sind wir mal ehrlich: Narben haben wir doch alle. Und sie erzählen Geschichten. Unsere Geschichten. Unsere Kämpfe. Unsere Veränderungen.
Mein Körper und ich sind jetzt in einer entspannten Beziehung. Wir vertrauen uns. Wir probieren neue Dinge aus. Ich habe skinny jeans für mich ebenso entdeckt, wie baggy pants. Mittlerweile müssen meine Oberteile nicht mehr lang sein. Und ich trage zum ersten Mal seit 13 Jahren wieder kurze Haare. Weg von überschulterlangem Haar, hin zu einem Pixie Cut. Lange Haare passten irgendwann einfach nicht mehr zum schmalen Gesicht. Durch die Abnahme hat sich mein hormoneller Haarausfall auf ein Minimum reduziert.
Wenn ich jetzt über die Straße laufe, habe ich nicht mehr das Gefühl angestarrt zu werden. Wobei ich vor zwei Wochen in der U-Bahn angeschaut wurde. Aber am Lächeln der unheimlich hübschen Dame, konnte ich ablesen, dass sie mein Outfit und den Haarschnitt irgendwie ziemlich cool fand.
Was ich definitiv noch lernen muß, ist das dickere Fell im Bezug auf die Mitmenschen. Ich bin sportsüchtig, zu dünn, jetzt wäre doch mal gut mit abnehmen etc. Merke, es wird schwierig, wenn jemand ausbricht und sich verändert. Und das, ohne sich dabei den Stoffwechsel kaputt zu machen oder im Hungermodus zu sein ;). Als wäre man eine Bedrohung. Ganz ehrlich, mir ist das Gewicht meiner Mitmenschen egal. Nur erzähl mir einfach keinen Mist mehr in Bezug auf Diäten und Ernährung. Da kann ich dann wirklich nicht mehr meinen Mund halten.
'Fettlogik überwinden' kam genau zur richtigen Zeit. Ich war an einem Punkt, an dem ich meine inneren Veränderungen endlich nach außen bringen mußte. Ich wollte einfach nicht mehr die passive Person sein, die einfach immer alles erträgt und keine Kontrolle hat.
Zum Schluß möchte ich, neben der Academy, Robin und Nadja danken. Ich finde, dass kann man gar nicht genug. Ihr seid wunderbar und inspirierend. Und danke auch an die Menschen in meinem realen und virtuellen Leben. Ich bin froh euch zu kennen (auch wenn es virtuell nur ein bißchen ist ;).
07.06.2017
U73 - 2 Jahre Fettlogik überwinden
14.07.2016
Das mußte mal raus
Ich habe mir die letzte Nacht um die Ohren gehauen und etwas geschrieben. Etwas das längst raus wollte:
https://fettlogik.wordpress.com/2016/07/14/gastbeitrag-die-kontrolle-wiedergewinnen/
Ich laufe gerade ein bißchen wie auf Watte, dank der vielen lieben Kommentare, die mich heute erreicht haben. Danke an euch alle!! Ob reale oder virtuelle Menschen. Die realen sind einer der Gründe, warum ich noch da bin und die virtuellen sorgen dafür, dass ich heute viel gelächelt habe.
08.06.2016
Ein Jahr Fettlogik überwinden
Ich habe schon häufiger darüber geschrieben wie es sich anfühlt normalgewichtig zu sein. Und werde nun darüber auch nicht viel schreiben, da ich gerade an etwas anderem sitze. Aber dazu verrate ich noch nix.
Die letzte Woche hat mich unglaublich Kraft gekostet. Mir ging es psychisch einfach nicht gut, weil ich an den North Country Boy dachte. Dazu kam noch, dass ich von einem entfernten Verwandten seinerseits (der mich aber nicht kennt) bekocht wurde. Ich habe viel nachgedacht, überlegt ob ich ihm schreibe. Plötzlich fiel mir ein Satz ein, den meine Therapeutin vor Jahren mal zu mir sagte: 'Was bringt es Ihnen eigentlich wenn er sich meldet? Hat das ein Nutzen für sie?'
Irgendwie hat mich dieser Gedanke aufgeweckt. Es bringt tatsächlich nix mit ihm Kontakt zu haben. Außer jede Menge Theater und Generve. Das letzte Wochenende, welches ich mit dem Mann verbrachte, lud dann endgültig meine Batterien wieder auf. Am Montag erledigte ich einige Sachen und dann führte mich der Weg in ein großes Bekleidungsgeschäft. Dort sah ich MEIN Kleid. Ich mußte es anziehen. Und es passte in 38. Ein neues Oberteil in 38 kam ebenfalls mit. Und eine Bermuda in 40. Gestern dann Kino. 'Sing Street', ein wunderbarer irischer Film, der in Dublin spielt und bei mir akute Dublin Sehnsucht geweckt hat. Noch mehr Liebe für den Mann, da er sich in einer Szene überhaupt nicht mehr einkriegt vor lachen.
Ich schaute gerade alte Fotos an. Fotos, auf denen ich 120 Kilo wog. Und schickte dem Mann einige davon. Seine Feststellung: Das Übergewicht hätte mich älter gemacht. Dann noch folgender Satz: 'Du bist die einzige Frau, die im Alter schöner und sexier wird'.
Ganz ehrlich: Warum sollte man da noch irgendeinem Typen aus der Vergangenheit nachweinen?
Sonntag wird Katze on the run übrigens 4. 4 Jahre in denen sich so viel verändert hat.
28.05.2016
Bullshit-Bingo
Folgende Sätze möchte ich in Zukunft nicht mehr hören:
'Also jetzt ist mal langsam gut mit dem Abnehmen'
'Du wirst noch magersüchtig'
'Du bist doch schon dünn genug'
'Jetzt übertreibst du aber'
'Du bist doch schon sportsüchtig'
Ich bin heute tatsächlich etwas angenervt. Ich möchte mich nämlich zukünftig nicht mehr rechtfertigen müssen dass ich abgenommen habe. Niemand, der übergewichtig ist, muß sich vor mir rechtfertigen, warum er nicht abnehmen will oder warum er übergewichtig ist. Jeder darf das wiegen was er will. Was ich allerdings nicht mag ist die Tatsache, dass sich Leute bemüßigt fühlen meine Abnahme ständig zu kommentieren. Zu kommentieren, dass ich mein Essen wiege und über meine Portionen eine App führe (das erzähle ich wenn man mich nach meinen Tipps fragt und natürlich weise ich auf Fettlogik überwinden hin). Und dass ich 6 Mal die Woche Sport mache (weil ich es liebe meinen Muskeln beim wachsen zuzusehen und weil Pilates und Yoga entspannen, mein Job ist psychisch fordernd und der Sport entspannt mich). Ja, ich weiß ich habe keine Kinder und demzufolge auch kein Kind welches ADHS hat. Ich kritisiere meine Gegenüber auch nicht, weil er/sie übergewichtig ist. Das ist seine/ihre Sache. Dafür möchte ich umgekehrt nicht sportsüchtig genannt werden oder dumme Sprüche hören, weil ich jetzt auf mich achte (was ich jahrzehntelang versäumt habe). Ich will halt gerne lange gesund bleiben, zumindest soweit wie ich es beeinflussen kann).
Dazu fiel mir etwas aus der Vergangenheit ein. Ich hatte vor einigen Jahren eine ehemals gute Freundin die durch Metabolic Balance ziemlich viel abgenommen hat (ich erinnere mich an einen Besuch in meiner damaligen Playmobilküche bei der sie Essen mitbrachte. Solche Gäste sind mir übrigens immer willkommen ;-). Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich sie dafür nicht angebitcht oder Angst gehabt, dass sie magersüchtig wird. Ganz im Gegenteil, ich fand es super was sie geschafft hat und war stolz auf sie. Und ich weiß dass sie, auch wenn wir keinen Kontakt mehr haben, es umgekehrt bei mir genau so gut finden würde. Und es mir gönnen würde. Sie hätte keine Angst, dass ich magersüchtig werde oder womöglich verhungere. Sie würde unterstützen und mir wahrscheinlich sagen dass sie stolz auf mich ist. Wie ich es umgekehrt auf sie war. Keiner meiner engsten Vertrauten hat Angst dass ich in eine Eßstörung falle.
Es nervt mich einfach nur dass mein Körper plötzlich Gesprächsthema ist. Wenn du unzufrieden mit dir bist, dann ändere es halt. Wenn du nicht bereit bist, dafür kleine Entbehrungen auf dich zu nehmen, dann kritisiere mich nicht dafür, dass ich sie auf mich nehme. Ich tue es gerne, denn meine Lebensqualität ist so viel besser geworden. Selbst wenn ein bißchen Haut an meinen Armen, Oberschenkeln und am Bauch hängt. Viele wissen natürlich nicht, dass ich eine Therapie hinter mir habe und da die Veränderungen begonnen haben. Ich führe diesen Prozess nun zu Ende. Wenn ich jetzt in den Spiegel schaue, dann bin ich genau die, die ich innerlich schon immer war. Ein Energiebündel. Manchmal total nervig. Manchmal total schwierig. Manchmal nachtragend. Manchmal widersprüchlich. Immer wieder und immer noch unsicher.
20.05.2016
Loslassen
Mein Körper. 76 Kilo. Normalgewicht. 8 würde ich gerne noch verlieren, aber im Moment passiert nicht viel. Ich perfektioniere gerade diese 'Ich esse soundso viele Kalorien und halte mein Gewicht' Phase.
Heute bekam ich ein Päckchen mit neuen Anziehsachen. Mittlerweile kaufe ich jeden Monat etwas neues weil Mode mir einfach Spaß macht. Weil mein Körper mir immer besser gefällt. Und trotzdem hatte ich heute einen Moment in dem ich innehielt und dachte: 'Sind das wirklich meine Beine?' Die Antwort ist natürlich: JA. Es ist immer noch ungewohnt beim Duschen Knochen zu fühlen. Selbst wenn ich das Gesicht wasche, fühle ich Knochen. Der Mann ist fasziniert von meinen Beckenknochen. Wie ausgeprägt die sind und wie kitzelig ich da vor allen Dingen bin.
Auf den Bildern sieht man meinen Körper. Er wird mir immer vertrauter. Und trotzdem ist er mir oft einfach noch fremd. Ich war mindestens zwei Drittel meines Lebens übergewichtig, ich muß mich erstmal daran gewöhnen es nicht mehr zu sein. Ich muß immer noch die dicke Person in mir gehen lassen. Aufhören, mich nur über mein Äußeres zu definieren. Selbstverständlich mit meinem Körper werden. Die Spuren des Übergewichts akzeptieren. Einfach weiter Sport machen und die Veränderungen wahrnehmen. Erfreut sein über meine neue Beweglichkeit. Über Bewegungsdrang und die Schmerzfreiheit bei jeder Bewegung.
Ich habe mich innerlich verändert. Ich bin bei mir und ich mag mich jeden Tag ein bißchen mehr. Es gibt jemanden in meinem Leben der mich so liebt wie niemand es sonst tut.
Vor ziemlich genau 4 Jahren sagte ich dass ich nicht mehr kann. Und hatte fast nicht mehr die Kraft aufzustehen und weiterzugehen. Mußte mir eingestehen dass ich mal wieder viel zu lange ausgehalten habe. Nicht ehrlich zu mir war. Zeichen ignoriert habe.
Heute ist das anders. Ich habe wieder Kraft und Energie. Ich bin gesund, fit, glücklich, in mir ruhend. Bei mir, und nicht mehr Lichtjahre von mir entfernt.
17.03.2016
Normalgewicht
Ich esse gleich meine erste Suppe. Fasten ist vorbei. Und etwas ganz anderes ist vorbei, nämlich Übergewicht. Laut Waage habe ich aktuell Normalgewicht. Natürlich weiß jeder der schonmal gefastet hat, dass das Gewicht erstmal wieder hochgehen wird. Aber irgendwie regt mich dieser Zustand gerade dazu an, ein paar Zeilen zu schreiben.
Vor einem Jahr wog ich 110 Kilo (vor zwei Jahren 120 Kilo) und war gefangen in einem Körper von dem ich mir einredete dass er doch ganz in Ordnung sei. Um meine Gesundheit stand es super und ich hatte immer wunderbare Blutwerte. Ich muß auf andere immer selbstbewusst gewirkt haben, aber das war ich nicht. Tatsache war, dass ich mich Männern an den Hals schmiss denen ich eigentlich sowieso egal war. Ich wollte einfach geliebt werden. Und vielleicht wollte mein dicker Körper auch einfach nur gesehen werden.
Vor etwas mehr als einem Jahr lernte ich jemanden kennen dem mein Körper ziemlich egal war sondern der mich gut fand. Meinen Charakter, meine Art, meine Persönlichkeit. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich geliebt. Ungewohnt für eine, die immer meint sich alleine durchs Leben kämpfen zu müssen. Mein Freund hat nie auch nur irgendeinen Kommentar über mein Gewicht gemacht. Im Gegensatz zu Menschen auf der Straße. Mit ihm sprach ich über Fettlogik (danke Twitter, manchmal bist du schon toll) und er hat es dann einfach mal eben für mich gekauft.
Fettlogik bzw. Nadja haben mir etwas wichtiges zurückgegeben. Die Kontrolle über etwas von dem ich dachte ich könnte es nicht kontrollieren. Meinem Körper. Einen Tag nachdem ich das Buch gelesen hatte, war eine App auf meinem Handy und das zählen konnte beginnen. Sport trieb ich zu der Zeit schon. Und das für mich unfaßbare passierte, ich nahm ab. Ich nehme aktuell immer noch ab. Ziel sind 70 Kilo, gerade sagte die Waage 76,1.
Heute passierte etwas wunderbares. Ich ging in mein übliches Übergrößen Geschäft (ich kaufe da immer noch BHs) und bat darum neu vermessen zu werden, da meine BHs zu groß sind. Die Verkäuferin sah mich an und antwortete dann ganz freundlich: 'Ich kann sie gerne vermessen, aber ich werde Ihnen keine BHs mehr verkaufen können. Sie sind zu schmal geworden. Es ist schade sie als Kundin zu verlieren, aber sie sehen toll aus. Gehen Sie mal zu dem Laden da, da wird man Ihnen besser helfen können'. Ich war ein bißchen sprachlos. Also ab in den vorgeschlagenen Laden. Die unglaublich freundliche Mitarbeiterin um eine Vermessung gebeten und dann die Überraschung: Im November 2015 noch nen Umfang von 95, heute zwischen 75 und 80. 75 ging noch nicht, sonst wäre ich erstickt, aber 80 saß wunderbar. Danach noch in einen anderen Laden. Ich habe eine Vorliebe für Skinny Jeans entwickelt und meine kürzlich in 42 erworbenen wurden auch schon wieder zu groß. Und dann gab es diesen einen Moment in der Umkleidekabine. Als ich in den Spiegel sah und mich sah. Den Moment als mir die Tränen in die Augen schossen. Ich realisierte plötzlich dass ich endlich die bin, die ich wirklich bin. Dass die 50 angefressenen Schutzpanzerkilos fast weg sind. Dass die verheulte Frau im Spiegel die ist, die sich hinter all dem Fett versteckt hat. Ich habe Demütigungen ertragen, mich hinter meinem Aussehen versteckt und Angst davor gehabt die zu zeigen, die ich wirklich bin. Ich bin eine wunderschöne und tolle Frau. Ich bin stark. Und ich kann mich endlich ohne Knieschmerzen bewegen. Dieser Sommer wird der erste sein, in dem ich nicht unter Rock oder Kleid eine Hose tragen muß, weil meine Schenkel aneinander reiben. Es ist ein wunderschönes Gefühl wenn der Körper endlich zur Seele passt.
Danke Nadja, du hast mir den Weg gezeigt. Und es gibt keine Worte die ausdrücken wie viel mir das bedeutet.
23.12.2015
2015
Es ist diese Zeit im Jahr. Ja, genau diese. In der man auf ein Jahr zurück blickt und sich wieder erinnert was alles schief gegangen ist und was gut war.
Das Jahr begann wie es endete, ziemlich entspannt. Ich hatte ja nach Weihnachten jemanden getroffen, aber schnell war klar dass das nichts ernstes wird. Also weiter umgeschaut. Und dann fand ich IHN. Meinen Freund. Foto gesehen, Dinge gelesen die er so von sich gab und ein bißchen instant verliebt. Unser erstes Date fand Anfang Februar statt und ich weiß noch wie ich dachte 'Kerr, sieht der brav aus'. Der Abend war schön und ich war mir noch gar nicht sicher ob wir uns wieder sehen. Er sprach aber schon von einem weiteren Treffen. Was mir direkt auffiel: Ich verlor die Zeit aus den Augen wenn ich mit ihm zusammen war. Bei unserem zweiten Date war er mir schon vertrauter. Als wir uns verabschiedet haben, hätte ich ihn so gerne geküsst. Aber ich habe mich nicht getraut. Ich wußte instinktiv, dass dies eine ernste Geschichte wird und wollte nicht zu forsch sein. Als ich ihm das gestand, bekam ich zur Antwort dass ich nichts falsch machen könnte. Bei unserem dritten Date geschah der erste Kuß. Meine Güte war das aufregend. Ich weiß noch heute woher der Spruch mit den Schmetterlingen im Bauch kommt. Seit Anfang März sind wir zusammen. Und es läuft. Anders kann ich es nicht sagen. Wir müssen uns in unserer Beziehung nicht anstrengen, wir haben keine übermenschlichen Erwartungen, wir stressen uns so gut wie nie, wir vertrauen uns und wir behalten jeder unsere Freiheit. Wir fühlen uns sogar freier als jemals zuvor. Ich weiß es klingt komisch. Ich habe ja immer befürchtet eine Beziehung würde mich einschränken, aber nein, das tut sie ganz und gar nicht. Als mein Freund mich im Februar kennengelernt hat, wog ich noch 110 Kilo. Das bringt mich jetzt zum nächsten Thema: mein Gewicht.
Ich hatte vor Weihnachten 2014 wieder zugenommen. Im März diesen Jahres entschied ich mich wieder für eine Fastenkur. Und diesmal konnte ich merken dass ich schon ziemlich gesund lebe. Mein Körper musste wenig entgiften. Bei Twitter stolperte ich über erzählmirnix und ihr Buch 'Fettlogik überwinden'. Der Freund hat es dann für mich gekauft. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juni las ich das Buch in einem Zug durch und ging ins Bett. Mit einem Entschluß. Dem Entschluß nach dem Aufwachen etwas zu ändern. App runtergeladen, Kalorien gezählt, immer mal wieder gesündigt (gerade jetzt auch zu Weihnachten) und aktuell bei 82 Kilo. Ich bin von adipös zu leicht übergewichtig. Ich habe teilweise 2-3 Kleidergrößen verloren. Pilates hilft dabei ganz wunderbar. Meine Knieschmerzen haben endlich aufgehört und ich fühle mich wieder wohl in meinem Körper. Ich kann im nächsten Sommer endlich Kleider und Röcke tragen, ohne darunter eine Hose tragen zu müssen. Weil meine Oberschenkel nicht mehr aneinander scheuern. Mir gefällt mein neuer Körper und ich werde 2016 noch ein bißchen weiter abnehmen, bis ich am Ziel bin.
In diesem Jahr war ich endlich mal wieder im Urlaub. Und was passiert da prompt. Ich bekomme eine SMS vom North Country Boy. Der weiß aber dass ich mit jemandem zusammen bin. Ich mußte ihm das doch noch im Juni per SMS rein würgen. Hatte er doch mal gesagt dass es leichter wäre, wenn ich unerreichbar wäre. Er wollte nur hören wie es mir geht. Als ich am Tag meiner Ankunft abends meinen Freund sah, habe ich ihm das direkt erzählt. Er ging damit völlig locker um. Ich glaube das nicht. Ich glaube nicht, dass der einfach nur hören will, wie es mir geht. In den folgenden Tagen stellte sich raus dass er mich etwas sehr persönliches fragen und mir noch einige Dinge sagen wollte. Er hatte mehrere Chancen, aber es kam nix. Was mich wütend hinterließ. Was mich immer noch wütend hinterlässt. Wütend auf ihn und wütend auf mich. Wütend auf ihn weil er wieder seine übliche Scheiße abzieht. Und wütend auf mich weil ich mich ärgere und weil ich diese Sache nicht beenden kann. Ich hätte gerne ein Ende gehabt, Dinge nochmal gesagt...aber nix. Diese Episode bringt mich nun zu etwas das mich im neuen Jahr noch mehr beschäftigen wird, nämlich meine Mutter.
Hach, wo fange ich denn an? Bei den kleinen Gemeinheiten die immer mal wieder kommen. Deine Haare passen nicht mehr zu dir. Wie undankbar wir doch immer alle sind etc. bla bla bla. Ich stolperte vor einigen Tagen im Netz über eine Seite für Töchter (und bestimmt auch Söhne) narzisstischer Mütter. Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte immer die Vermutung dass meine Mutter eine Narzisstin ist, aber was ich da über die Folgen für die Kinder las, ließ mich geschockt zurück. Ich erkenne mich da wieder. Zu nahezu 100 Prozent. Ich schleiche um einen Blogpost rum aber ich habe noch nicht die Kraft mich damit auseinander zu setzen. Morgen ist Weihnachten, ich bin nicht bei meiner Mutter. Ich brauche erstmal ein bißchen Zeit und Ruhe.