15.12.2012

Fremdeln

Ein Jahr ist jetzt nach meinem Umzug vergangen. In dieser Woche war ich wieder mal in meiner Heimatstadt. Wir sind uns noch fremder geworden. Ich fühle mich entwurzelt aber seltsamerweise ziemlich stark. Wahrscheinlich liegt es daran dass ich von meiner unsäglichen Familiengeschichte weggerissen wurde. Niemand sieht in mir die Tochter von oder redet hinter vorgehaltener Hand darüber wo ich herstamme. Dort wo ich jetzt wohne bin ich zwar immer noch dieselbe Person aber meine Geschichte hat sich verändert. Hier kennt sie nämlich niemand. Hier weiß niemand wessen Tochter ich bin oder was ich früher so erlebt habe. Die Wahrheit ist dass ich die Brücken zur Heimatstadt abgebrannt habe. Mein Zuhause und meine Zukunft liegen in der Stadt in der ich nun seit über einem Jahr lebe.

Endlosschleife

Ich weiß nicht warum ich in alte Muster zurück falle. Ich weiß nicht warum ich wieder unsicher werde. Warum ich jemandem weh tue den ich eigentlich sehr gerne mag?! Vielleicht halte ich mich einfach besser fern von Menschen. Dann kann ich wenigstens keine Dummheit anstellen oder Fehler machen.

14.12.2012

2013 - Ein Manifest

Mein Körper gehört mir. Ich werde mir nicht mehr erzählen lassen wie ich zu sein habe. Ich werde keine Zeit für Menschen haben die mich nach meinem Aussehen bewerten.
Ich bin auch als alleinstehende Frau wertvoll. Ich brauche keinen Partner. Ich stehe auf meinen eigenen Beinen und muß nicht zwingend mit jemandem zusammen sein nur um mich besser zu fühlen. Ich fühle mich im Moment sehr gut ohne Partner. Ich nehme mir Zeit für mich und arbeite an mir.
Ich werde mich noch viel mehr mit dem Feminismus beschäftigen und mich noch viel häufiger als Feministin bezeichnen. Feministin ist kein Schimpfwort, es ist ein Kompliment.
Ich werde ehrlich bleiben auch wenn es Schmerzen verursachen wird.
Ich will neue Seiten an mir kennenlernen und noch viel mehr lachen.
Noch mutiger werden.
Noch stärker.
Noch weiser.
Noch erwachsener.
Einfach noch viel schöner als ich es eh schon bin.

10.12.2012

Das Glück zeigt sich am Ende des Jahres

2012 ist fast vorbei. Es war anstrengend, traurig, deprimierend und erkenntnisreich. Ich habe das erste Jahr in meiner neuen Heimat verbracht und mich in diese Stadt verliebt. Ich habe keine nervigen Nachbarn mehr sondern fühle mich rundum wohl. Ich habe den Mut gehabt einen beschissenen Job zu schmeißen ohne mir Sorgen ums Geld zu machen. Die ständige Migräne und die Weinkrämpfe haben aufgehört. Ich fühle mich nicht mehr gestresst. Ich hatte einen schlimmen Zusammenbruch und habe mir Zeit für mich genommen. Ich habe den Kontakt zu Menschen abgebrochen die mir nicht gut taten. Ich habe viel Zeit alleine verbracht. Ich habe etwas beendet dass mir einst wichtig schien um festzustellen dass es nicht mehr wirklich wichtig war. Ich habe angefangen zu bloggen weil ich schon immer gerne geschrieben habe. Ich habe mich fertiggemacht weil ich nicht dünn bin. Und weil ich mit 35 immer noch Single bin. Ich habe mich selbst nicht geliebt und mich ständig klein gemacht.
Nun zum Ende des Jahres ändert sich alles. Ich fühle mich ausgeglichen, entspannt, erwachsen, glücklich, in meiner Mitte, von mir selbst geliebt, mutig, mit mir selbst im reinen. Ich hoffe ich kann dieses Gefühl mitnehmen in 2013.

07.12.2012

Jemand

Plötzlich träume ich von ihm. Von jemandem der vor ein paar Jahren für eine kurze Zeit ein wichtiger Teil meines Lebens war. Jemand der mich verändert hat. Jemand der mir gezeigt hat was Intimität wirklich bedeutet. Jemand der mir den Glauben an die Liebe gab. Jemand der mich von den Füssen gehauen hat. Jemand in den ich mich verliebt habe. Jemand den ich liebte wie noch nie jemanden zuvor. Jemand bei dem ich plötzlich an heiraten und Kinder dachte. Jemand der sich an mir verbrannt hat. Jemand an dem ich mich verbrannt habe. Jemand den ich nicht aufgehalten habe als er gegangen ist. Jemand den ich habe gehen lassen ohne ihm zu sagen wie viel er mir wirklich bedeutet. Jemand der mir das Gefühl gab die schönste Frau der ganzen Welt zu sein. Jemand bei dem ich immer noch hoffe dass ich beim zweiten Mal sehen im Leben nicht so eine fürchterliche Idiotin bin. Jemand der aber vielleicht besseres verdient hat. Jemand der eine verdient hat die sich erinnert was er beim ersten Treffen trug.

05.12.2012

Make the Katze dance

Wisst ihr was mich nervt? So richtig nervt? Dass ich immer Entscheidungen treffen muß wenn ich mal Spaß haben möchte. Worauf ich anspiele ist der Besuch einer Disko bzw. eines Clubs. Sofort verraten mir die aufgelisteten Veranstaltungen zu was ich dann heute Abend tanzen darf. Und genau das nervt mich einfach unfassbar. Die Schubladen. Dieses Getue dass man nur Indie spielt und nicht mal ne anständige Rockplatte. Oder nur den neuesten Kram und nicht mal ein Stück was älter als 2 Jahre ist. Es gibt soviel Auswahl aber manchmal will ich gar nicht wählen. Ich will auf eine Party gehen wo alles läuft. Ob es nun ein paar Wochen oder ein paar Jahrzehnte alt ist. Ich will da mit all diesen wunderbaren Menschen tanzen die zu ihren Lieblingsliedern stehen und die auf Schubladen nix geben. Leider suche ich so eine Party schon lange. Über sachdienliche Hinweise freue ich mich sehr.

Won't you take me...

...to Funkytown. Erschienen 1980, Interpret: Lipps Inc. Und wie ich nun schon bei diversen Begebenheiten erfahren durfte, ist das Lied wohl der Soundtrack meines Lebens. Im Alter von 3 Jahren tanzte ich bereits auf der Kirmes dazu (es existieren Beweisfotos) und vor einigen Jahren begann in einer Disco eine neue Beziehung zwischen mir und 'Funkytown'. Ich hatte den Song ewige Jahre nicht gehört und war kaum von der Tanzfläche zu kriegen als er lief. Im Film 'Der Diktator' gibt es diese Szene. Diese eine Szene bei der ein Handy samt Klingelton eine Rolle spielt.
Irgendwie ist es schön zu wissen dass mich dieses Lied nun schon 32 Jahre begleitet. Und außerdem ist 'Won't you take me to Funkytown' ein wirklich wunderbares Lebensmotto. Ich lebe nämlich tatsächlich in Funkytown. Dafür sorgen tagtäglich eine Menge Menschen die das Leben funky machen.



Inspiriert von 'Funkytown' von Lipps Inc. Wie ich inzwischen weiß scheint das Lied der Soundtrack zu meinem Leben zu sein. Ich habe schon im Kleinkindalter zu diesem Lied getanzt. Jahre später dann wieder in der Disco. Und es ist ein Lied das mein Leben irgendwie ganz gut beschreibt. Es muß immer ein bißchen funky sein.

04.12.2012

Wenn ich dich nicht vor mir habe...

...dann ist es doch viel einfacher dich fertig zu machen. Mir fällt in letzter Zeit auf welch großen Raum das Cyber-Mobbing mittlerweile einnimmt. Da wird im anonymen Internet so draufgehauen dass sich mir der Magen umdreht und mein Kopf mit dem schütteln gar nicht mehr aufhört. Es ist so einfach zu vergessen dass man immer noch einen Menschen vor sich hat. Es ist so ekelhaft zu sehen welche Grenzen von Menschen überschritten werden. Und es ist so unfassbar traurig dass die Opfer sich manchmal nur noch mit der allerletzten Konsequenz, einem Selbstmord, zu helfen wissen.
Ich habe mal gelernt dass ich andere Menschen immer so behandeln soll wie ich selbst behandelt werden möchte. Ich habe auch mal gelernt: Leben und leben lassen. Und noch etwas habe ich gelernt: Kritik sollte immer sachlich sein. Mobbing zeigt eigentlich nur wie armselig die Leute sind die es tun!!!

23.11.2012

Ziemlich enttäuschte Katze

Vor ein paar Tagen war ich voller Euphorie weil ich eine alte Schulfreundin wiedergefunden hatte. Aber leider folgt auf Hoch auch schnell ein Tief. Eine Nachricht erhalten dass ich angenommen werde. Gefreut dass sich da vielleicht ein Kontakt aufbaut. Nach 10 Tagen des Wartens wurde mir das jetzt irgendwie zu bunt. Wenn man mich angeblich so vermisst hat wie sie es getan hat dann würde ich aber sofort die Anfrage bestätigen und mit demjenigen Kontakt aufnehmen.
Vielleicht habe ich mich der dummen Illusion hingegeben wir könnten tatsächlich wieder zueinander finden. Erwachsener zwar aber vielleicht wieder als Freundinnen. Scheint irgendwie ausgerechnet bei dem Menschen nicht zu funktionieren den ich immer noch am allermeisten vermisse. Dabei habe ich damals schon alles getan um den Kontakt nicht abreißen zu lassen. Wenn es denn nun so ist, dann ist es so. Da machste nix. Auch wenn es gerade ziemlich weh tut.

19.11.2012

Schönheitsterror

Ich kann es einfach nicht mehr sehen und hören. Diese ewigen Bilder von angeblich schönen Menschen und dieses ewige Gerede über Schönheit. Die Medien wollen mir erzählen wer schön ist und mir gleichzeitig alle Schönmacher verkaufen. Jung soll ich sein, dünn, Faltenfrei und ohne Cellulite. Mein Körper mit Diäten foltern und bloß keine Winkearme haben. Jungen Mädchen wird eingetrichtert dass sie nur dünn schön sind. Und wo kommt eigentlich plötzlich dieser Wahn her dass die jungen Mädchen nur noch lange Haare tragen und immer schön adrett im Röckchen rumlaufen? Was wird diesen Mädchen vermittelt? Das sie nur weiterkommen im Leben wenn sie schön sind? Und das ein paar Pfund mehr auf den Rippen eine Todsünde sind? Warum haben Frauen Angst Platz einzunehmen? Und warum lassen wir uns von Diäten und Kosmetik terrorisieren? Warum denken wir das unsere Gesichter auch mit Mitte 30 noch glatt sein müssen? Wollen wir am Ende noch nur den Mann für's Leben finden um bloß nicht als frustrierte Singlefrau über 40 zu enden? Das wird doch Frauen gerne immer als abschreckendes Beispiel vorgehalten!
Ich versuche mich so gut es geht davon zu lösen! Ich werde in ein paar Tagen 35. Ich bekomme graue Haare und mein Gesicht bekommt Linien weil ich eine ausgeprägte Mimik habe. Ich trage gerne Hosen weil sie praktisch sind und weil ich schätze das mutige Frauen dafür gekämpft haben. Ich pflege mich aber nicht mehr in einem übertriebenen Maß wie noch vor Jahren. Ich lasse kaum noch Chemie an meine Haut. Ich lache gerne und finde Humor ist das erotischste was ein Mann zu bieten hat. Ich werde gerne älter. Ich fühle mich erwachsener und schöner seit ich die 30 überschritten habe. Man wird entspannter mit sich selbst. Ich habe keine Angst davor als Singlefrau zu enden. Ich bin schon ein großen Teil meines Lebens Single. Ich werde mir für das neue Lebensjahr vornehmen dass ich vielleicht mal wieder mehr Sport mache. Und ansonsten lasse ich mich nicht mehr von Diäten und der Industrie nerven. Denn etwas schafft die Industrie nicht. Sie gibt mir keine wahre Schönheit. Die kommt nämlich tatsächlich von innen. Von der Entspanntheit und von der Liebe zu mir selbst.