09.01.2013

Move in the right direction

Es ist soweit. Der erste Schritt ist getan. Ich habe mit meiner Ärztin gesprochen und halte eine Überweisung in der Hand. Ich kann mir einen Therapeuten suchen. Ich kann endlich lernen die Vergangenheit zu verarbeiten und dadurch meine Zukunft neu gestalten. Ich bin bereit. Aufgeregt und glücklich. Und mit der Zuversicht dass dieses Jahr mein Jahr wird.



Inspiriert von 'Move in the right direction' von Gossip. Das Lied ist mein Therapie-Lied geworden. Ich liebe Gossip, besonders Beth Ditto. In der bunt glitzernden Popwelt mit ihren perfekten Körpern ist die übergewichtige Beth Ditto einfach mal anders. Und der Rest ihrer Band ebenso. Als dicke Frau habe ich im Pop Business nicht viele Vorbilder. Beth ist neben Missy Elliot aber definitiv eins davon. Das Lied sollte mich daran erinnern das alles besser wird wenn ich ein paar Schritte in die richtige Richtung gehe.

Der eigene Wert

Warum macht man sich als starker Mensch klein vor anderen? Warum wird man bei der kleinsten Anerkennung schwach? Warum macht man sich vor einem Mann so schwach? Warum fällt man auf ihn herein nur weil er einem sagt dass man total toll sei? Warum rennt man in sein Verderben und verguckt sich in jemanden der überhaupt nicht weiß was für einen wunderbaren Menschen er vor sich hat?
Viele Fragen die mich beschäftigen und nur eine Antwort! Ich schätze meinen eigenen Wert nicht. Ich lasse es zu dass sich Männer durch mich ihr Ego aufpolieren und mich benutzen. Weil ich blind werde sobald mir jemand ein Kompliment macht. Weil ich mich abhängig mache anstatt ich selbst zu sein. Weil ich gefallen will um jeden Preis statt bei mir zu bleiben. Ich kann es niemandem vorwerfen. Ich muß es lernen. Ich bin wertvoll. So wie ich bin. Mit meinen Schwächen und mit den vielen Stärken. Ich darf nicht mehr zulassen dass mich irgendein Schwächling benutzt. Ich bin stark, unabhängig und fabelhaft. Ich muß nicht so sein wie jemand anderes es will. Ich will frei sein. Ich will ich sein.

06.01.2013

I've had enough

6 Tage ist das neue Jahr alt und in mir wütet es. Auf eine gute Art und Weise. Ich beobachte, analysiere und verändere mich. Ich trenne mich von Menschen weil ich mit ihnen nicht weitergehen kann. Ich will mich von meiner Vergangenheit lösen weil es mich zurück hält wenn sie ständig auf den Tisch gebracht wird. Ich finde es schwierig dass Menschen nicht akzeptieren können das es für den einen vielleicht nicht so schlimm war wie für den anderen. Ich will nicht mehr darüber reden oder mich innerhalb meiner Familie therapieren. Ich will nicht immer das Gefühl haben ich müsste mich rechtfertigen warum ich meine Eltern trotzdem liebe auch wenn sie viel Mist gebaut haben. Warum ich auch mal stolz darauf bin dass ich Dinge gelernt habe die andere nie lernen werden. Dass ich nicht nur immer das Negative sehe sondern durchaus schätze dass ich ein wahnsinnig starker Mensch geworden bin. Ich möchte nicht mehr das Gefühl haben dass ich mit Seilen an den Boden gebunden werde nur um zu verhindern dass ich vielleicht abheben und frei sein könnte. Es ist mein Leben für das ich verantwortlich bin und ich habe genug davon es so weiterzuführen. Ich bin bereit für neues und unerwartetes. Und ich bin auch bereit für die Konflikte die das mit sich bringen wird. Weil vielleicht auch andere Menschen damit leben müssen dass man ihnen mal die Wahrheit sagt. Dass auch sie merken müssen dass sie Fehler gemacht haben. Und nicht nur immer die Fehler bei anderen suchen. Ich kann nicht mehr jeden anderen dafür verantwortlich machen was einmal passiert ist. Irgendwann bin ich alt genug und muß selber damit klarkommen. Wenn ich das nicht kann dann muß ich mir eben professionelle Hilfe suchen. So wie ich es nun tue. Und ich fühle mich weder schwach,  noch hilflos, noch bekloppt sondern stark weil ich nach all den Jahren endlich dazu in der Lage bin. Das wird bestimmt nicht einfach. Aber was macht einen glücklich: Dinge die dir zufliegen oder Dinge für die du lange gekämpft hast?



Inspiriert von 'Hair' von Lady Gaga. Ein Lied dass ich liebe. Ich habe eine besondere Beziehung zu meinen Haaren. Sie waren immer kurz bis ich mich 2001 entschied sie lang wachsen zu lassen. Besonders um ein bißchen gegen meine Mutter zu rebellieren die immer meinte das würde mir nicht stehen. 2008 habe ich eine Phase gehabt die von extremem Haarausfall geprägt war . 2014 genau dasselbe. Meine Haare sind leider nicht mehr so wie sie mal waren. Ich habe Angst meinen Kopfschmuck zu verlieren. Andererseits denke ich immer dass ich doch so viel mehr als meine Haare bin. Im Lied heißt es an einer Stelle: 'I just wanna be free, I just wanna be me'. Und genau darum geht es. Ich selbst sein und frei sein.

01.01.2013

Here we go again

2013 ist da. Unspektakulär gestartet und spätestens ab morgen bin ich wieder im Autopilot-Modus. Obwohl einige Dinge anders sein werden. In einer Woche habe ich einen Termin bei meiner Ärztin um über eine Therapie zu sprechen.

30.12.2012

2012 - Ich

Anfang des Jahres war ich sehr positiv was 2012 anging. Je weiter das Jahr rückte umso schlechter ging es mir. Im späten Frühling ein heftiger Zusammenbruch und die Erkenntnis dass es mir nicht gut geht und ich Dinge ändern bzw. abstellen muß. Mitte des Jahres dann die Entscheidung dass ich mit dem bloggen beginne. Im Hinterkopf der Gedanke dass es vielleicht so vielen da draußen genauso geht und ihnen meine Worte eine Stütze sein können. In dieser Phase begann ich Dinge anders zu betrachten,  ich veränderte mich leise. Trennte mich von Menschen die mir nicht gut taten und ließ Dinge die mir wichtig erschienen hinter mir. All dies erdete mich ungemein. Ich wurde wieder fröhlicher und stärker. Was ich aber nie abstellen kann ist dieses Gefühl von Wertlosigkeit. Ich reduziere mich nur auf das Aussehen und mein Übergewicht anstatt mal zu überlegen was mich wirklich ausmacht. Meine Stärke zum Beispiel. Und die Tatsache dass ich immer noch an das Gute in Menschen glaube. Das werde ich solange tun wie es Menschen gibt die in dieser schlimmen und verrückten Welt jeden Tag aufstehen und etwas für andere tun. Die ihren Idealismus nicht verlieren, was ich übrigens auch nie tue. Ich vergesse dass ich mit einer wunderbaren Intuition ausgestattet bin. Auf die ich immer hören sollte da sie das richtige sagt. Ich vergesse dsss meine Worte Menschen berühren. Ich vergesse dass ich versuche niemandem wirklich weh zu tun solange ich es vermeiden kann.
In den schlechten Momenten allerdings kommt dann wieder das hoch was ich mir all die Jahre anhören durfte. Und das schmerzt. Und es bringt mich immer noch zum weinen. So wie es dieses Jahr Stella tat die in ihrem tumblr Blog einen Brief veröffentlichte indem sie schrieb was Leute alles zu ihr sagten weil sie mehr auf die Waage bringt. Eine wunderbare Lady brachte mich zum weinen weil sie mir zeigte wie wichtig es ist du selbst zu sein.
Und genau aus diesen Gründen traf ich zum Jahresende die Entscheidung dass ich eine Therapie machen will. Überwältigende Reaktionen darauf geben mir den Mut und die Kraft an Dingen zu arbeiten. Vielleicht auch rauszufinden warum ich zwei Mal in meinem Leben so zugenommen habe. Und warum ich auf Männer reinfalle die mir all meine Stärke rauben und sich an mir ihr Ego aufpolieren. Ich schaue zuversichtlich auf 2013. Teile meiner Familie unterstützen und lieben mich, ebenso meine Freunde. Und mit genau dieser Liebe und Unterstützung kann 2013 nur gut werden. Nicht immer nur an das Negative denken. Viel mehr an das Positive.

2012 - Liebe

Das Thema was mich jedes Jahr fast gar nicht beschäftigt wenn es um einen Mann geht. Dieses Jahr aber irgendwie wieder. Männer aus meiner Vergangenheit waren in meinem Kopf. Ein ganz besonderer Mann kam zurück in mein Leben aber auch ihn musste ich Ende des Jahres verlassen. Mit schwerem Herzen aber der Erkenntnis dass ich erstmal mich lieben muß bevor dass mit jemand anderem geht. Er ist der Mann der mich sexuell befreit hat, der es geschafft hat dass ich mich wohlfühle. Der mich aber nicht so lieben kann wie ich es mir wünsche. Und genau das ist mein ganz einfacher Wunsch für 2013: Liebe. Und die finde ich in Büchern, in Musik, in einer Blume, in Teilen meiner Familie, bei meinen Freunden. Und hoffentlich bald auch bei mir selbst. Ein Teil wird aber immer bei dem einen Mann bleiben. Weil er den Teil von mir erweckt hat den ich so lange verschlossen habe und ich dafür so dankbar bin. Ich wünsche ihm dass er das findet was er sucht. Eine die ihn so bedingungslos liebt wie ich es heimlich tat.
Ich werde erstmal an mir arbeiten. Daran dass mein Kopf extrem aussetzt wenn ich mich verliebe. An den Abhängigkeiten. An dem Mist den ich dann mache. Ich weiß dass es meine Unsicherheit ist. Und die muß endlich weg.

2012 - Leben

Das Jahr begann gut in meiner neuen Wohnung. Ich begann mich einzuleben und stellte fest wie toll es ist mitten in der Stadt zu leben. Einkaufen wieder zu Fuß, der Weg zur Arbeit halbiert. Nachts länger arbeiten zu können. Die Schwestern in der Nähe zu haben. Und die Tatsache dass ich in einem ruhigen und vernünftigen Haus wohne. Ohne laute, nervige, unverschämte Nachbarn. Irgendwann im Jahr dann viele Gedanken, ein Zusammenbruch. Das Gefühl Entscheidungen treffen zu müssen. Leute nicht mehr sehen zu wollen. Veränderungen. Dinge aufgeben die einem wichtig erschienen. Viele Gespräche, viele Ratschläge. Und irgendwann die Gewißheit: Ich brauch das nicht mehr und ich will das nicht mehr. Ein Projekt in dem ich ein Jahrzehnt meine Herzblut investiert habe endete und gleichzeitig verließ ich Menschen die ich Anfang 2012 noch Freunde nannte. Ende 2012 weiß ich es war die richtige Entscheidung. Die allerbeste die ich treffen konnte.

2012 - Arbeit

Ich gehöre zur Kategorie Multijobber. In meiner Haupttätigkeit verdiene ich nicht genügend Geld um mich über Wasser zu halten. So hatte ich seit zwei Jahren einen Nebenjob der meine Miete und den Strom abdeckte während ich den Rest auf den Kopf gehauen habe. Von Anfang an stand dieser Job unter keinem guten Stern. Ein Chef der ein absoluter Kontrollfreak und menschlich einfach unter aller Sau ist und einige Kollegen die dich nur zu gerne in die Pfanne hauen. Ich war da nur zwei Tage in der Woche und litt urplötzlich ständig an Migräne. Ich hatte Angst abends ins Bett zu gehen weil ich am nächsten Tag nicht aufstehen wollte. Und ich war froh wenn die zwei Tage vorbei waren. Mitte des Jahres mal wieder das bescheuerte Benehmen des Chefs und dann plötzlich die Finger auf meiner PC-Tastatur die die Kündigung tippten. Vernünftig alles zu Ende gebracht,  Abschied mit den Kollegen gefeiert und dann raus da. Innerhalb von zwei Wochen war mein guter Schlaf wieder da. Ich hatte kaum noch Migräne und mir ging es fantastisch. Bis jetzt habe ich noch nix neues und halte mich finanziell gerade so über Wasser. Da ich aber mein Geld immer für irgendwelchen Mist verpulvert habe, lerne ich gerade welche Ausgaben wirklich wichtig sind. Mal schauen was 2013 bringt. Ich hoffe  zumindest einen netten Chef.

29.12.2012

2012 - Freundschaft

Ich war in diesem Jahr so oft traurig dass es an der Zeit ist nun auch mal etwas positiv herauszuheben. Nämlich meine wunderbaren Freunde. Die das ganze Jahr für mich da waren. Die dafür gesorgt haben das Stunden, Nächte und Tage unvergesslich geworden sind. Die in den schweren Stunden persönlich, per SMS und am Telefon für ein Lächeln gesorgt haben. Die an mich gedacht haben und mir Kraft und Mut gegeben haben. Die dafür gesorgt haben dass ich vor lachen weinen musste oder die mich einfach ein paar Stunden aus dem Alltag gerissen haben. Ich danke euch und ich liebe euch. Mit all euren Macken und Eigenheiten. Weil ihr mich so liebt wie ich bin. Mit meinen Macken und Eigenheiten. Ich bin stolz euch meine Freunde nennen zu dürfen. Jeden einzelnen von euch. 2013 werden wir die Stunden, Nächte und Tage fortsetzen.

23.12.2012

Auf in den Kampf

Ich trage keine Waffen. Ich trage kein Schild. Mein Herz ist glühend und offen und ich bin bereit für mein neues Leben. 2013 wird für mich anders  beginnen. Mit einem Termin bei meiner Hausärztlich. Ein Gespräch wegen einer Therapie. Seit die Entscheidung getroffen ist, bin ich in Aufruhr. Ich kann einfach nicht mehr so weitermachen. Alles so unkommentiert lassen. Den Leuten immer alles verzeihen und nachsehen. Immer den Mund halten damit Frieden herrscht. Ich will die Schatten meiner Vergangenheit loswerden. Und ich will in eine glücklichere Zukunft blicken. Ich bin bereit für die Schlacht. 2013 wird das Jahr der Katze.