Ich liege flach. Mit einer Halsentzündung und Schnupfen. Den Mann hat es auch erwischt. Ich könnte natürlich jetzt jammern und sagen, dass mein 2017 blöd anfängt. Das hat es aber nicht. Mir geht es, bis auf die tropfende Nase, gut. Ich nehme meine letzten Kilos in Angriff und achte stark auf mich. Sorge dafür, dass es mir gut geht. Weniger bullshit halt. Im Leben und im Netz.
Der Mann und ich sprachen vor ein paar Tagen darüber, dass wir uns jetzt eigentlich bald zwei Jahre kennen müssten. Was dazu führte, dass ich mir gerade nochmal unsere ersten Nachrichten durch las. Und was soll ich sagen? Ich schrieb ihm heute vor exakt zwei Jahren die erste Nachricht. Und habe es keine Sekunde bereut. Wenn ich einen Wunsch für die Zukunft habe, ist es der dass es zwischen uns exakt so bleibt wie es ist. <3
23.01.2017
There's things I want
31.12.2016
Bye bye 2016
2016 war ein gutes Jahr, 9 Monate Normalgewicht, 12 Monate Mann <3 (wie ich immer dachte, dass ich keine Beziehung führen kann und er plötzlich da war), 39, neue Stone Roses Songs, weniger ab und mehr auf, erst Bob dann Pixie, von 46 auf 40, Pilates und Yoga, mehr lachen und weniger weinen, mehr im hier und jetzt als in der Vergangenheit, Abschiede, weniger on the run, mehr die Kontrolle zurückgewinnen, offener sein, weniger um das Geschwätz anderer Leute geben, Sing Street, Raum, Paterson, Rogue One, Tangerine L.A und so viele andere wunderbare Filme.
2016 war aber auch ein Jahr, in dem Prince, George Michael, David Bowie, Carrie Fisher und viele andere gegangen sind. Prince und George Michael waren fantastische Sänger und Musiker. Funky und sexy as hell. Es fehlen mir die Worte, um auszudrücken, wie sehr sie mir fehlen werden. Prinzessin Leia war so viel mehr als der goldene Bikini. Ihre Darstellerin Carrie Fisher war unglaublich witzig und ging offen mit ihrer Krankheit und ihrem Leben um. Bewundernswert.
2016 machte den Eindruck, als sei die Welt aus den Fugen. Was mich dazu bringt, mich in 2017 wieder stärker zu positionieren und mehr meinen Mund aufzumachen. Ich werde mich bewusster vor Dingen schützen, damit ich nicht gefühlt vor die Hunde gehe.
Mein Blick geht also nach vorne. Auf 2017. Das Jahr, in dem ich 40 werde. Es gibt Dinge, auf die ich mich jetzt schon freue. Und natürlich Ziele. Ich peile die letzten Kilos an. Im Kino freue ich mich auf Trainspotting 2, Star Wars Episode VIII und vieles vieles mehr. Musikalisch erhoffe ich mir endlich ein neues Stone Roses Album und eine Deutschlandtour. Der Mann und ich wollen Dublin besuchen. Und ich werde in 2017 meinen gerade erst 3 Jahre alten Ausweis erneuern lassen müssen. Damit ich überhaupt nach Irland einreisen darf. Man erkennt mich auf dem Foto nämlich fast nicht mehr.
Ich danke euch für Kommentare, Rückmeldungen und Austausch, hier und auf Twitter. Ich wünsche euch für 2017 das alles in Erfüllung geht, was ihr euch wünscht. Kraft, Mut, Energie und Liebe.
14.12.2016
Ungesagtes
21.11.2016
Unwichtiges
Nachts von der Arbeit nach Hause laufen. Müde, leicht gestresst und mit Vorfreude auf das eigene warme Bett. In dem man heute morgen noch an den Mann gekuschelt lag. Plötzlich spricht mich ein junger Mann an. Ob ich wüsste, wo sich der Schlaftreff für Jugendliche befindet. Ich verneine und unsere Wege trennen sich. Während ich weitergehe, wird mir plötzlich bewusst wie dankbar ich eigentlich sein kann. Ich habe einen geschützten, privaten Raum. Ein Dach über dem Kopf. Ich habe Menschen, die für mich da sind. Und ich meckere häufig über Sachen, die eigentlich kein wirkliches Drama und völlig unwichtig sind.
26.10.2016
Kleine Fortschritte
Ich habe viel nachgedacht in den letzten Wochen. Wahrscheinlich war es deswegen auch so ruhig hier. Aber das nachdenken hat geholfen. Ich fühle mich besser und ich sehe Dinge klarer. Ich sehe mich wieder klarer. Ich weiß jetzt, dass ich immer wieder Rückschritte machen werde. Aber jeder Rückschritt bringt mich am Ende wieder einen kleinen Schritt nach vorne.
21.09.2016
Schluckauf
Dann beginnt diese Woche plötzlich so wie du es nicht willst. Ich treffe meine Mutter. Alles ist gut, entspannt, Muttern ist total begeistert von meinen kurzen Haaren und plötzlich passiert etwas. Eine Art Schluckauf meinerseits. Mitten in einem Gespräch sage ich meiner Mutter plötzlich, warum ich in Therapie war. Weil ich mich nie akzeptiert gefühlt habe von ihr. Als Mädchen. Wie ich in meiner Pubertät am liebsten nur noch sterben wollte. Weil ich mich so abgelehnt fühlte. Weil ich kein Junge war. Wie lange es gedauert hat, bis ich mich endlich so akzeptieren konnte, wie ich bin.
Ich wollte das meiner Mutter nie sagen. Weil sie es eh nicht verstehen würde. Weil sie sofort sagt, dass es nicht so war. So komisch dieses ganze Verhältnis zu meiner Mutter ist, ich hänge dennoch an ihr. Sie bedeutet mir etwas. Als ich sie verabschiede, ist da Distanz zwischen uns. Sie ist distanziert. Und ich denke im Nachhinein wieder, dass ich nichts hätte sagen sollen.
Bis mir andere nahestehenden Personen sagen: Es ist okay. Es sind deine Gefühle und die darfst du sagen. Und vielleicht mußte es einfach mal raus.
03.09.2016
I am not my hair
Morgen ist es soweit. Meine Haare werden abgeschnitten. Im März war es von schulterlang auf Bob, morgen geht es von Bob auf einen Pixie Cut. Ich habe lange darüber nachgedacht, das Internet durchforstet und die engsten Vertrauten befragt. Um am Ende doch ein bißchen Angst zu haben. Nach ca. 13 Jahren mit langen Haaren, ist es ein komisches Gefühl, weil ich weiß, dass damit ein Teil von mir gehen wird. Ich ließ mir damals die Haare lang wachsen um meiner Mutter zu zeigen, dass ich eine Frau bin. Aus Fleisch und Blut. Ich habe damit gegen sie rebelliert. Und vielleicht auch um mir selber nochmal zu verdeutlichen wer und was ich eigentlich wirklich bin. Ich habe es als Jugendliche gehasst ständig für einen Jungen gehalten zu werden.
In den letzten Monaten hat sich viel verändert. Mein Gewicht und auch mein Blick auf mich selbst. Ich weiß jetzt wer ich bin. Und ich kämpfe nicht mehr um die Anerkennung meiner Mutter. Ich werde nie richtig und nie gut für sie sein. Aber es ist egal, denn ich bin ja gut für mich selbst. Ich mag mich mittlerweile ziemlich gerne. Also meistens. Und weil ich mich mag, muß ich jetzt was gegen dieses Gefühl tun von meinen Haaren erschlagen zu werden. Außerdem passen sie auch nicht mehr wirklich zu mir. Ich muß mich nicht mehr hinter einer Mähne verstecken, sondern ich darf mehr von meinem Gesicht und von mir selbst zeigen. Pur und ungeschminkt. Außerdem will ich endlich was unkompliziertes. Ein Schnitt, der nach zwei Handgriffen liegt und auch sonst zu meiner zügigen Badroutine passt. Ich will bei Wind keine Haare mehr im Gesicht und beim Mann küssen auch nicht. Nur noch 12 Stunden und dann weiß ich ob ich es am Ende nicht doch bitterlich bereue. Aber es sind nur Haare, die wachsen nach.
Noch etwas anderes habe ich diese Woche in Angriff genommen. Ich habe mir, nach einigen Recherchen im Internet, eine Menstruationstasse gekauft. Mittwoch konnte ich sie schonmal kurz testen und was soll ich sagen?! Wie konnte ich bloß so lange ohne dieses Teil leben? Der erste Eindruck ist top und ich freue mich auf neue Unabhängigkeiten, mehr Geld in der Kasse und weniger Müllproduktion.
Letzte Woche ist übrigens noch etwas wirklich kurioses passiert. Ich traf Menschen aus meiner Vergangenheit. Menschen, die ich laaange nicht gesehen hatte. Und nichts fühlt sich so gut an wie die Gewissheit vor vier Jahren eine richtige Entscheidung getroffen zu haben. Es ist eben doch wichtig im eigenen Leben sein Wohlbefinden zur Priorität zu machen und all die Menschen zu verlassen, die dafür sorgen dass man die eigene wertvolle Energie verschwendet.
24.08.2016
I'm not okay
Alles nervt gerade. Gewicht verlieren, Haare, Menschen, die sich nicht melden und mal fragen, wie es einem geht (ich renne jetzt auch nicht mehr hinterher), Menschen allgemein, Hormone, einfach alles.
Einfach mal alles ausspucken, hilft. Ich kann gerade nicht stark sein, wenn es ums Essen geht. Ich kann gerade nicht geduldig sein, weil ich vollkommen flatterig bin. Ich kann gerade nicht damit umgehen, dass Menschen Ghosting betreiben. Ich sehe es einfach nicht mehr ein hinterher zu rennen, Nachrichten zu schreiben oder nach Telefonaten zu fragen. Ich bin müde, ich habe keine Lust mehr. Dann ist es halt wie es ist. Dann wird man eben zurückgelassen und vergessen. Soll auch nicht mehr mein Problem sein. Ich verlasse mich am Ende dann doch nur noch auf die kleine Handvoll Menschen, auf die ich mich immer verlassen konnte und das war es dann. Ich bin am Ende des Tages doch immer viel zu geduldig und halte viel zu lange den Mund. Und irgendwann sage ich einfach gar nichts mehr. Und dann ist eigentlich schon alles verloren.
19.08.2016
Gedankenchaos
Menschen laufen an mir vorbei. Mit ausdruckslosen Gesichtern. Woran denken sie wohl? Denken sie an etwas schönes, trauriges, lustiges? Sorgen sie sich um geliebte Menschen, ihre Zukunft, ihre Gesundheit?
Ich sitze in der U-Bahn. Starre vor mich hin. Und denke daran, wie es wäre, wenn jetzt etwas passieren würde. Ein Unfall oder ähnliches. An was würde ich zuletzt denken? An wen? An den Mann? Meine Familie? Daran was ich noch alles machen wollte?
Manchmal wünschte ich, ich könnte den Kopf einfach abstellen. Ihm verbieten nachzudenken.
24.07.2016
I stay so high
Die letzten Tage hatten etwas von auf Wolken laufen. Lag wahrscheinlich an den Reaktionen zu meinem Fettlogik Artikel. Zu lesen, dass viele Menschen ähnliche Dinge erlebt haben, ist emotional und äußerst befreiend. Denn häufig ist es schwierig mit den eigenen Emotionen klarzukommen und vor allen Dingen diese ernst zu nehmen. Empfindungen zu akzeptieren, auch wenn dir andere erzählen wollen, dass deine Empfindungen falsch sind oder du dich anstellst.
Der Fettlogik Text hat mich nochmal weit in die Vergangenheit befördert. Zurück zu meinem unsicheren, jüngeren ich. Aber inzwischen merke ich, dass mir so ein Wurf zurück nicht mehr so viel ausmacht. Ich kann mein jüngeres ich dort abholen wo es verloren ging. Ich kann es an die Hand nehmen und ihm sagen dass irgendwann alles besser wird. Mein jüngeres ich spukt mir tatsächlich gerade im Kopf bzw. auf meinem Kopf herum. Ich überlege mir wieder die Haare kurz schneiden zu lassen. Richtig kurz, ein Pixie. Aber ich bin noch unsicher. Ich fühle mich gerade so, als müßte ich nichts mehr verstecken. Als könnte ich mich einfach so zeigen wie ich bin. Egal, wie lang meine Haare sind. Egal, welche kleinen Stellen an meiner Haut hängen. Weil gerade ein paar Zentimeter von mir die Person sitzt, die mich liebt. Und noch wichtiger ist dass ich mich endlich liebe. Bedingungslos. Egal, ob das mit dem Kalorien zählen gerade klappt. Egal, ob die Haare gerade liegen. Egal, ob die Haut hängt.
Ian Brown singt, mir weht eine leichte Brise um die Nase und der Mann und ich sitzen schweigend zusammen. Sonntage sollten öfter so sein.