27.11.2013

North Country Boy - Nine Years

Gestern abend früh ins Bett. Verspannter Nacken und leichter Kopfschmerz. Nachwehen eines wunderschönen Geburtstagswochenendes dass ich mit stundenlangem Backen verbracht habe. Und das mich glücklich und entspannt zurück lässt. Um ca. 1 Uhr werde ich wach. Kann auch gerade nicht wieder einschlafen. Sehe das Datum und erinnere mich an den Anruf letzte Woche. Oh hell, der North Country Boy und ich haben sowas wie Jahrestag. 9 Jahre sind seit dieser Nacht vergangen in der er mich so von den Füßen und aus meinem Leben gefegt hat. Die Nachwirkungen die all das mit sich gebracht hat. Freunde die mich stützen mussten. Tränen die sie getrocknet haben. Sich gesorgt haben.
9 Jahre in denen ich mal allem ein Ende setzen wollte weil ich mich schuldig fühlte. Schuldig etwas getan zu haben. 9 Jahre in denen ich gehofft habe ich würde irgendwann die Frau an seiner Seite sein.
Seit seinem letzten Kontaktversuch sind erst 5 Tage vergangen aber meine Welt ist so anders geworden. Ich bin frei. Stark. Glücklich. Nicht mehr abhängig. Von ihm. Ich möchte alles sein, nur nicht die Frau an seiner Seite. Ich möchte ihn nicht mehr spüren. Weder körperlich noch sonst irgendwie. Ich möchte dass er meine Welt nicht mehr betritt. Höchstens nach meinen Regeln. Nein, auch nicht nach meinen Regeln. Er soll draußen bleiben. Weg von mir. Nicht mehr in meinem Leben herumlaufen sondern dort bleiben wo er hingehört. Lichtjahre weg von mir.

22.11.2013

North Country Boy Part 6

Freitag morgen. Wie immer weckt mich ein piepender Müllwagen. Ich muß noch einkaufen. Aber das Bett ist so warm und so stelle ich den Wecker einfach noch ein Stündchen weiter und rolle mich unter meiner Decke zusammen. Etwas schaffe ich aber doch schon, ich knipse mein Handy an. Oh, eine Nachricht. Ich sehe mit einem Auge irgendwas von Mailbox, öffne sie und erstarre kurz. Um 2:15 Uhr heute nacht ein Anruf. Es wurde keine Nachricht hinterlassen. Aber die Nummer!!! Die kenne ich doch. ER ist es. Mein Kryptonit. Der Mann, der mich im September schonmal so überfallen hat. Ich schüttel meinen Kopf. Kann bestimmt 5 Minuten nicht aufhören ihn zu schütteln. Ich frage mich nicht, was er wollte. Ich kann es mir denken. Die übliche Platte von: Es geht mir scheiße, ich hab an dich gedacht etc. Ich weiß es, aber ich fühle es nicht. Ich fühle nix. Ich fühle weder ihn, noch die Vergangenheit. Ich fühle ein leichtes Unwohlsein, weil ich gestern an ihn dachte und jetzt wieder dieser Anruf. Meine Intuition macht mir manchmal Angst. Ich will ihn nicht in meiner Nähe. Weil er mir Angst gemacht hat. Nichts ist so schlimm wie Angst. Und dann noch in deiner eigenen Wohnung.
Ich bette meinen Kopf wieder auf mein Kissen und wickel mich in meine warme Decke. Das hier ist mein Leben, und ich bin bereit es zu verteidigen.

13.11.2013

Erase/Re-rewind

Da ist diese Stelle. Da rappt sie 'ALARMSGOOFFWHENIENTERTHEBUILDING' und dann folgt dieser unglaubliche Stakkato-Beat. Am Ende drücke ich wieder auf Repeat. Etwas dass ich vor einiger Zeit noch viel zu oft in meinem Leben tat. Dieselbe Scheiße. Immer wieder. Heute mag ich Wiederholungen nur noch bei Lieblingsfilmen und -liedern. Ansonsten drücke ich lieber die Forward Taste. Immer voller Neugier was mich erwartet oder was passiert.  Zurück will ich nicht mehr. Warum soll ich zu etwas zurückkehren dass ich sowieso nicht mehr ändern kann? Ich kann es zukünftig nur besser bzw. anders machen. Wenn jetzt jemand STOP drückt und fragt ob es gerade gut ist, dann weiß ich dass es gut ist. Für mich.



Inspiriert von 'Erase/Re-wind' von  The Cardigans. Auch eine Band die ich gar nicht so mag aber ich fand in dieser Situation das Lied ganz passend. Weil man sich manchmal wünscht dass man sein Leben zurückspulen könnte. Und Erinnerungen auslöschen. In diesem Moment war alles perfekt. Ich habe ja M.I.A. gehört.

11.11.2013

YALA

Halsschmerzen. Müde. Elend fühlen.  Schnell noch in den CD-Laden. Zwei Alben eingepackt. Neue Kopfhörer gekauft. Und dann begegnet mir Y.A.L.A. von M.I.A. 'You always live again'. Ein verdammter Preßlufthammer. Eine Dampfwalze. Endlos auf Repeat und alles was ich möchte ist springen und grölen. Und etwas kaputt schlagen. Meine Energie bei mir behalten und explodieren. In eine Million Farben und die Mitmenschen ansprühen.



Inspiriert von 'Y.A.L.A.' von M.I.A. Ich verehre diese Frau so unglaublich. Weil sie Mut hat und weil sie musikalisch etwas wirklich neues gemacht geschaffen hat. Ich hatte mir an diesem Tag ihr Album gekauft und habe diesen Song ungefähr  Mal gehört. Und für alle die an YOLO (you only live once) glauben, hat sie mit YALA (you always live again) die passende Antwort.





06.11.2013

November my love

Endlich wieder schreiben. Gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Nachts. Dunkelheit. Kälte. So viele Dinge auf die ich mich freue. Ich habe endlich die letzte Rate überwiesen. Für eine alte Wohnung die mich im Nachhinein soviel gekostet hat. Geld und Nerven. Bald nun wohne ich zwei Jahre in meiner jetzigen Wohnung. An einem Ort den ich Zuhause nenne. Wo ich gerne meine Zeit verbringe. Der sicher ist. Der jeden Tag mit netten Nachbarn beweist dass wir zusammen passen. Der mich wieder in die Stadt gebracht hat. Da wo ich mein ganzes Leben verbracht habe. Der meinen Weg zur Arbeit schneller und alles unkomplizierter macht. Apropos Arbeit. Mehr Stunden. Für ein paar Monate. Wünsche erfüllen. Anstrengend aber lohnend. Immer noch nicht rauchen. Immer noch Sport. Die Überlegung noch ein weiteres Sportprogramm zu starten. Von Muskeln träumen. Richtigen Muskeln.
Immer noch ein erstes Buch schreiben wollen. Feststellen dass Leben auch ohne Partner funktioniert. Über nasses Laub laufen und daran denken dass der eigene Geburtstag nur noch einige Tage entfernt ist. Und wissen dass man diesmal nicht lügt wenn man sagt dass ein großer Teil der eigenen Seele tatsächlich glücklich ist.

22.10.2013

Today

22. Oktober. Über 20 Grad. Blauer Himmel. Laub das unter meinen Flip Flops knirscht. Der Geruch von Sonne in meinen luftgetrockneten Haaren.



Inspiriert von 'Today' von The Smashing Pumpkins. Ich liebe dieses Lied weil es so besoders ist. Melancholisch aber auch positiv. Ich hatte an diesem Tag einen Zahnarzttermin und fand es großartig noch in offenen Schuhen und kurzärmelig rumlaufen zu können..


 

19.10.2013

Great expectations

Ja ich bin aus dem Tritt. Ich funktioniere mal wieder nicht. Ich will im Moment einfach keine Verpflichtungen, keine Erwartungen etc. Ich will leben. Mich um mich kümmern. Es ist wirklich schwierig dass ich nun seit Beginn dieser Therapie ständig das Gefühl habe Menschen vor den Kopf zu stoßen. Und daran verzweifle ich gerade.
Ihr wisst nicht wie es ist Angst in Menschenmengen zu kriegen. Schritte zurückzugehen vor Menschen die mir zu nahe kommen. Weil da wieder Angst ist. Oder einfach nur das Gefühl zu haben erdrückt zu werden. Warum ich im Moment manchmal lieber alleine bin? Weil ich Ruhe brauche um Kraft zu schöpfen. Weil mich Menschen anstrengen, besonders auf der Arbeit. Weil ich die Ruhe brauche um meinen Gedanken Raum zu geben. Um kreativer zu sein.

18.10.2013

Zuhause

Weltuntergangshimmel. Lauwarmer Asphalt der nass vom Regen schimmert. Drückende Luft. Kotze und Hundescheiße auf dem Bürgersteig. Ein piepender Müllwagen. Düster dreinschauende Menschen. Das Gefühl nicht atmen zu können. Die Luft anhalten zu wollen. Wegzurennen. Woanders hin. Wo ich atmen kann. Wo der Wind weht und ich Wasser rieche und nicht Pisse am Strassenrand.

Ups and Downs

Manchmal fällt mir das Schreiben so schwer. Weil in meinem Kopf soviel passiert dass es zu schwierig wird alles aufzuschreiben. Die letzten Tage waren ein bißchen rauf und dann wieder runter. Kleiner Dämpfer beim Klamottenkauf denn trotz Sport habe ich dann doch nicht soviel Umfang verloren wie ich dachte. Aber das ist auch kein Grund aufzugeben. Kein gestählter Körper ist in ein paar Tagen entstanden.
Anfang der Woche war ich bei meiner Ärztin. Das Wiedersehen mit dem North Country Boy hing mir immer noch ein wenig hinterher. Und die Frage ob ich mich bei ihm melden sollte. Aber dann gab es die wichtigste Erkenntnis seit Jahren, nämlich: Was würde es mir bringen mich zu melden? Darüber habe ich die letzten Tage nachgedacht. Und nur eine Antwort gefunden: NICHTS!!! GAR NICHTS!!! Ich würde wichtige Energie wieder in Mist investieren. In jemanden der doch eh nichts ändern will. Viel härter traf mich die Erkenntnis wieviel wertvolle Energie ich in den letzten Jahren in die falschen Menschen investiert habe. Die um die ich mir Sorgen machte und denen ich helfen wollte. Die mich dann am Ende mit Füßen getreten haben.
Ich weiß jetzt dass ich weder jedem helfen kann, noch es tun sollte. Einen Teil seiner Probleme muß jeder selbst bewältigen. Und ich kann und werde nur denen helfen die umgekehrt dasselbe für mich tun. Das ganze hat auch noch einen äußerst positiven Nebeneffekt. Mein Verstand ist so klar wie lange nicht mehr. Meine Energie verwandelt sich in Kreativität und Gewitztheit. Neue Pläne und neue Ideen entstehen und es gibt kein Gefühl mehr von Stillstand und Depression.

10.10.2013

Kryptonit

Ich sichte gerade alte Briefe, Aufzeichnungen und mein Tagebuch um mir Inspiration für mein Buch zu holen. Und immer wieder stolpere ich über IHN, den North Country Boy. Ich habe detailliert jedes Zusammentreffen dokumentiert. Nicht nur das. Ich habe auch jedes Mal mein Gefühlsleben danach dokumentiert. Ich kriege gerade den Eindruck ich habe bei ihm einfach alles entschuldigt. Dass er mich immer in der Luft schweben ließ. Dass er sich nie direkt mal nach einem Treffen gemeldet hat. Dass er nie für mich da war. Dass er immer meine Stärke weggesogen hat damit es ihm besser geht. Wie egoistisch er doch eigentlich ist. Und dass er das schlimmste Kryptonit war dass jemals Besitz von mir genommen hat.