24.06.2020
Less bitter
20.06.2020
Who am I?
03.04.2020
Ein Lebenszeichen
Ich möchte nicht mehr denken, dass ich wertlos bin. Nicht gut genug. Ich möchte nicht mehr essen, um negative Gefühle wegzudrücken.
Ich muss meine Mutter nicht lieben. Ich muss nicht mehr darüber schweigen, was sie alles getan hat. Dinge entschuldigen oder klein reden.
Ich habe aktuell fast eine Woche Urlaub hinter mir. Viel Zeit zum nachdenken. Ich möchte definitiv wieder das ganze Gewicht los werden. Meinem Körper geht es gerade nicht gut. Und wenn dieses Gewicht irgendwann wieder runter ist, werde ich trotzdem eine Therapie machen. Das Gewicht ist nur ein Symptom für etwas. Etwas, dass ich tief in mir vergraben habe. Und von dem ich weiß, dass ich es endgültig angehen muss.
Ich bin und bleibe der festen Überzeugung, dass jeder Mensch das Recht hat glücklich zu sein. Auch wenn es bedeutet, Menschen aus dem eigenen Leben zu werfen. Auch wenn es die eigene Mutter ist. Irgendwann ist sie eh nicht mehr da und ich muss sowieso mit meiner eigenen Scheiße klar kommen.
Ich muss lernen mich abzugrenzen. Andere nicht mehr so nah an mich ran zu lassen. Nicht mehr für Dinge Verantwortung zu übernehmen, die nicht in meiner Verantwortung liegen.
Meine innere Stimme sagt mir gerade: 'Du wirst das schaffen!'
07.02.2020
Down in a hole
29.12.2019
2019
The Favourite (Giorgos Lanthimos, I just love you)
Booksmart (der Mann und ich waren alleine im Kino und haben so dermaßen laut und viel gelacht)
Blinded by the Light (britisch-sozialkritisches Kino at its best, und dann noch die Musik vom Boss)
Rocketman (dieser Film ist all das, was Bohemian Rhapsody hätte sein können)
Once Upon a Time in Hollywood (die Szenen in der Villa inklusive der Gesichtskirmes von DiCaprio)
Mid90s (fuckshit, ein sehr schönes Regiedebüt von Jonah Hill)
Joker (schauspielerisch brillant)
Apocalypse Now Final Cut (ein Traum ging in Erfüllung diesen Film mal im Kino zu sehen)
Destroyer (im Kino verpasst und im Streaming dann von Nicole Kidman umgehauen worden)
Vice (Bale ist brillant wie immer)
The Report (nicht im Kino gesehen)
Fahrenheit 9/11
John Wick 3 (nicht so gut wie der zweite aber Keanu ist immer noch top)
The Dead don't die (Adam Driver im Smart und der Millenium Falcon Schlüsselanhänger)
The Sisters Brothers
Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (Roger Deakins hinter der Kamera, das kann nur epische Bilder bedeuten)
noch geplant:
Marriage Story
The Lighthouse
The Irishman
The Beach Bum
Leid und Herrlichkeit
Van Gogh
Good Omens (jede einzelne Minute geliebt)
The Boys (herrlich böse, besonders ist die Szene mit dem Delfin hervor zu heben)
Peaky Blinders Staffel 5 (der gesamte Cast dieser Serie ist überdurchschnittlich gut)
The Witcher (Toss a coin to your witcher, ich liebe es)
In enttäuschenden Serien:
Game of Thrones Staffel 8 (dazu muß man nicht mehr viel sagen, oder?!)
- gesundheitlich auf dem Zahnfleisch: im Februar final mit CMD diagnostiziert werden und dann im Jahresverlauf endlich aufraffen um eine Aufbissschiene zu bekommen, seitdem kaum noch lähmende Kopfschmerzen oder andere Maleste
- drei Hexenschüsse, ein mehrfach blockiertes Illiosakralgelenk
- auf der Arbeit ein weiteres Jahr im Projekt vollmachen, die Nervkollegin hat zum Glück die Abteilung gewechselt
- auf diesem Blog viel zu still sein, weil ich alles lieber mit dem Mann bespreche oder nach innen kehre (was sich in binge eating niederschlägt)
- Gewichtsmäßig einfach nur zulegen und jede negative Emotion ersticken
- miterleben, wie der Krebs weiterhin im Körper meiner Schwester tobt, inklusive OP mit dem Ergebnis künstlicher Darmausgang - da werden eigene Probleme oft verschwindend klein
- weiterhin 3 Mal die Woche im Fitnessstudio sein. Und sehen, wie unter dem Körperfett Muskeln wachsen
- viele schöne Momente mit dem Mann inklusive dem ersten gemeinsamen Urlaub in Dublin - u.a. Besuche am Meer (Satz des Urlaubs: 'Me ear's fucked')
- nie an der Liebe des Mannes zweifeln
- Birkenstocks wieder für mich entdecken
- Nachmittage im Lieblingscafe
- neue Brillen
- neues, politisch hoch aktuelles, Album der Specials
- The Specials und Saffiyah Khan live sehen
- das Remaster von Prince '1999' in den Händen halten
- endgültig zu realisieren, dass ich meiner Mutter einfach total egal bin
- viele Kinofilme (Knives out, Weathering with you, Little Women, Queen & Slim, 1917 im Januar), Dune (worauf ich mich besonders freue)
- Paul Weller wieder live sehen
- das Software Tester Zertifikat endlich in Angriff nehmen
- mehr lesen (hier liegt ein Stapel)
- mehr bloggen
- weniger im Internet, sondern mehr im echten Leben sein
- Zielgewicht erreichen
- Yoga und Pilates wieder in den Alltag einbauen
- mehr Kontakt zu Freunden
- less bitter more glitter
- eventuell mit dem Mann ein Blogprojekt starten
11.11.2019
Wenn die Maske fällt
19.06.2019
Krebsistimmernocheinarschloch
Ich will den Kopf in den Sand stecken. Alle Gefühle abstellen. Nichts mehr fühlen. Weglaufen. Rennen und nicht mehr aufhören. Meine Schwester, bei der letztes Jahr ein Tumor diagnostiziert wurde, hat zwei weitere Tumore. Eine weitere, große OP steht bevor. Ich weiß nicht mehr, was ich denken und fühlen soll. Ich fühle mich wie betäubt. Ersticke jedes Gefühl mit Essen und kann gerade damit nicht aufhören. Nächste Woche geht es in den Urlaub. Zu ihr. Und vielleicht muß sie dann schon ins Krankenhaus. Wie immer gibt keiner die Hoffnung auf. Aber im Hinterkopf sitzen natürlich all die negativen Gedanken. Die schlimmen. Die, die sich nicht abstellen lassen.
02.06.2019
I'm still standing
Irgendwann innerhalb der letzten Wochen habe ich das Tor zu meiner persönlichen emotionalen Achterbahn wieder weit geöffnet. Negative Gefühle prasselten auf mich herab, wie ein Wasserfall. Binge Eating, Wutanfälle, Streß und unendliche Traurigkeit. Abwechselnd. Oder gleichzeitig. Etliche Versuche mich an Arsch und Kragen zu packen und endlich wieder auf einen geraden Weg zu kommen scheitern. Letzte Woche geht, zu allem Überfluss, auch noch mein Kühlschrank kaputt. Ein weiterer kurzer Moment der Überforderung. Dank Mann (der schnell einen neuen bestellt) und Chef (der sehr spontan wegen Anlieferung Urlaub gibt) geht das dann alles doch sehr entspannt von statten. Weiter geht es mit freien Tagen. Freunde sehen, reden, feiern, ins Kino gehen und immer noch viel zu viel essen. Den heutigen Abend nutzen um ein paar Gedanken zu sortieren. Fast 4 Jahre sind vergangen, seit meine Abnehmreise begann. Bereits im Herbst 2015 zeichnete sich ab, dass der Weg zum Ziel steinig ist. Was tatsächlich nur an mir liegt. An fehlendem Willen und an ein emotionalem Scheiß vor dem ich nicht weglaufen kann. Dazu kommt momentan ein absolut negativer Kollege, der jeden Tag nonstop jammert. Am liebsten würde ich ihm die Tastatur rechts und links um die Ohren hauen. Aber das bringt ja nix. Am heutigen Abend versuche ich meine Gedanken zu sortieren und mich endlich wieder in Position zu bringen. Meine Kontrolle zurück zu gewinnen. Nicht alle negativen Gefühle mit Essen zu ersticken. Wieder mehr darüber zu schreiben, was gut ist. Und auch was schlecht ist. Darüber wie wenig mir meine Mutter nur noch bedeutet. Und ich es noch nicht mal bedauere. Oder es mir irgendwie weh tut. Es ist egal. Ich bin nicht die Tochter, die sie will. Sie wird nie mehr die Mutter werden, die ich mir gewünscht habe. Ich werde für immer mit dem Gefühl zurück bleiben, dass ich eh nicbt gewünscht war. Dass es immer jemanden geben wird, der mehr bedeutet oder wichtiger ist.
Ich darf aber nicht vergessen, dass auch ich ein Anrecht auf ein glückliches Leben habe. Und auf ein gesundes. Die aktuell 15 Kilo mehr sorgen schon wieder dafür, dass mein Körper mich ärgert. Ich bin wieder etwas unbeweglicher. Meine Knochen schmerzen teilweise wieder. Und Hitze macht mir zu schaffen. Außerdem passen Sachen nicht mehr. Und das stresst mich gerade am meisten. Ich möchte gerne wieder zurück zu der Person, die ich vor einem Jahr war. Und ich werde Schritt für Schritt wieder daran arbeiten. Denn eine schmerzliche Erkenntnis habe ich in den letzten Wochen gehabt: Ich kann nicht vor all meinem Schmerz flüchten
19.05.2019
Klassentreffen
Ich weiß gerade nicht, wie lange ich eigentlich schon an diesem Text rum kaue. Viel zu lange wahrscheinlich. Vor ca. 3,5 Wochen schrieb mich via Facebook eine alte Schulkollegin an. Ein Klassentreffen sei geplant. Die Freude darüber hielt sich bei mir schon in Grenzen. Aber ich stand dem ganzen noch positiv gegenüber. Bis mein Unterbewusstsein sich nachts, via massiver Alpträume, meldete. Ich wurde zunehmend gereizt, aggressiv und wütend. Ich trug mich noch in die Liste möglicher Termine für das Treffen ein und ignorierte all die Signale meines Körpers und Geistes. Irgendwann konnte ich aber die ätzenden Erinnerungen nicht mehr verdrängen. Die Erinnerungen an Demütigungen, Beschimpfungen und Tränen. Ich habe es gehasst, diejenige zu sein, auf die gezeigt wurde. Fett, hässlich und Glasbausteine genannt zu werden. Mich selber zu hassen. In der Pubertät jeden Tag sterben zu wollen.
Ich war so froh nach dem Abitur an die Uni gehen zu können. Hier war ich eine von vielen. Ich fiel dort nicht mehr auf, verschwand in der Menge und traf eine Menge toller Menschen.
Nach langem hin und her habe ich vor ein paar Tagen meine Teilnahme gelöscht. Ich möchte nicht mit rechten Spinner, asozialen Arschlöchern und generell Menschen an einem Tisch sitzen, wegen denen ich mich jahrelang schlecht gefühlt habe. Ich möchte nicht dort sitzen und ihnen gedanklich ihre Fressen zerkratzen. Ich habe nach dem Abitur alle Brücken abgebrannt. Ich wollte nicht mehr an all den Schmerz erinnert werden. Und ich möchte mich diesem ganzen Scheiß heute nicht mehr aussetzen. Und bestimmt auch nicht dem romantisiertem Gelaber irgendwelcher Pissflitschen lauschen, die dann so tun als war alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ich muß gar nichts. Außer das tun, was für mich am besten ist. Also kein Klassentreffen. Weder in ein paar Monaten noch in ein paar Jahren.
24.02.2019
Lost & Found
Nach fast 2 Monaten ein Lebenszeichen. Irgendwie kein gutes, weil gerade so vieles einfach kacke ist. Neujahr optimistisch ins abnehmen gestartet und dann hemmungslos verkackt. Binge eating, emotionaler Stress auf der Arbeit, aufgeschwemmt sein und dann vor 1,5 Wochen plötzlich Ohrenschmerzen haben. Anfang der Woche zum Arzt gehen und denken, dass es eine Ohrenentzündung sei. Vorsichtshalber aber auch mal einen Zahnarzt aufsuchen. Könnten ja die Weisheitszähne sein. Hausärztin gibt Entwarnung: Die Ohren sind schön. Zahnärztin tippt sofort auf die Weisheitszähne, ich werde an einen Kieferchirurgen verwiesen. Mittags sitze ich auf seinem Stuhl und erfahre, dass meine Weisheitszähne erstmal drin bleiben dürfen, ich aber mit den Zähnen knirsche. Und außerdem an einer Craniomandibuläre Störung leide. Die Vertretung meine Hausärztin hatte dies letztes Jahr schonmal vermutet, als ich wegen einer heftigen Verspannung mit Taubheit im Gesicht bei ihr aufgetaucht bin. Da habe ich das aber noch als einfache Verspannung abgetan. Der Kieferchirurg hat erstmal eine flexible Aufbissschiene angefertigt, um mich schonmal etwas zu entlasten und mir außerdem Physiotherapie verschrieben. Morgen ist mein erster Termin. Seit Dienstag trage ich die flexible Schiene (eine feste kommt demnächst) und fühle mich schon um einiges besser.
Für mich ist die Diagnose ein Warnschuss. Ich muß aufhören, die ganze Scheiße in mich reinzufressen. Versuchen sämtliche negativen Gefühle mit essen oder knirschen wegzudrücken. Meine Arbeitssituation ist momentan unklar. Ich weiß nicht, ob ich im Projekt noch ein weiteres Mal verlängert werde. Plus, ich habe einen jammernden Energievampir alias Kollegin mir gegenüber sitzen, die alles besser weiß (was natürlich nicht so ist) und die alles versucht, um möglichst auch verlängert zu werden (weil sie bloß nicht in die alte Abteilung zurück will). Da sie meint, sie kann alles am besten, ist es für sie eh schon ein Affront, dass ich schon mehrfach verlängert wurde (mein Chef ist halt zufrieden mit mir). Zusätzlich ist die Kollegin beratungsresistent und unverschämt. Wenn man was sagt, fühlt sie sich gleich immer persönlich angegriffen, greift aber andere permanent an. Bis jetzt scheint fast noch niemandem aufgefallen zu sein, dass sie weder teamfähig noch besonders clever ist. Mein Kollege und ich haben den Kampf aufgegeben und versuchen uns, so gut es geht, zu distanzieren. Unserer Gesundheit wegen. Es ist nur noch etwas mehr als ein Monat und dann sehen wir sie wahrscheinlich nur noch ab und zu oder gar nicht mehr.
Ich bin gerade wirklich erschrocken, wie sehr solche Menschen das eigene Licht dimmen. Meine Arbeit macht mir momentan weniger Spaß und ich freue mich ganz oft nur noch auf das Wochenende, um dann Zeit mit dem Mann zu verbringen. Dabei hatte ich letztes Jahr so viel Spaß. Hinzu kommt, dass gerade einiges an Leerlauf da ist.
Zeit genug, um sich also selber mal wieder klein und fertig zu machen. Sich selber scheiße finden, weil man seit dem Projektbeginn fast 15 Kilo zugenommen hat. Sich selber für seine Disziplinlosigkeit hassen. Essen, weil man es mal wieder nicht erträgt gegen dümmere Kollegen in Bewerbungsverfahren zu verlieren. Frustriert sein, weil Klamotten nicht mehr passen. Bei all dem dann feststellen, dass man zurück in seinem alten Jammer Modus ist. Und über alles einfach die Kontrolle verloren hat. Auf die man seit der Abnahme so unglaublich stolz war.
Zusätzlich einen Krankheitsfall in der Familie haben. Alte Wunden aufreißen lassen. Sich an Worte der eigenen Mutter erinnern und all den Schmerz ein weiteres Mal fühlen. Jedes Mal wieder daran erinnert werden, wie wertlos man sich fühlt. Episoden blitzen auf. Aus etlichen Lebensjahren. Immer mit dem Gefühl sowieso falsch zu sein. Nie richtig zu sein.
Und dann wieder realisieren, dass es jemanden gibt für den man genau richtig ist. Seit über 4 Jahren. Einen weiteren Grund zu haben, den Kampf nicht aufzugeben. Durchatmen, den Kopf frei kriegen und einen weiteren Anlauf wagen. Hinfallen gehört dazu, aufstehen kostet Kraft. Wissen, dass da aber zwei Hände sind, die einem aufhelfen. Egal, wie oft und tief man fällt.