25.04.2017

Let the past be the past

Der Mann hat den Titel für diesen Eintrag vorgegeben. Den genau diese Worte sprach er gestern zu mir. Weise Worte. Es ist ein bißchen was passiert. Dinge, die nochmal die Vergangenheit aufblitzen ließen.
Ich hatte vor einigen Wochen den Rappel dem North Country Boy unbedingt noch eine sehr wütende Nachricht zu schreiben. Irgendwie grummelte es in mir und es mußte raus. Oder wie der Mann sagte: 'Ehe du mir implodierst, lass es raus'. Gesagt, getan. Keine Reaktion. Bis letzte Woche Samstag. Als um kurz vor 10 morgens mein Handy klingelt. Erstmal wegdrücken. Um dann doch zurück zu rufen. Der übliche Zustand am anderen Ende. Was jetzt diese Nachricht soll?! Er sollte mich doch in Ruhe lassen etc. Ok, wir haben nicht viel geredet, aber wir haben jetzt endgültig die Vergangenheit begraben und werden zukünftig, falls wir uns mal begegnen sollten (eher wird die Erde wohl von irgendwas getroffen), vernünftig miteinander umgehen. Später am Tag zum Mann, das Ganze erstmal erzählt und damit den Teil meines Lebens abgeschlossen. Abends auf der Couch, Staffel 4 von Game of Thrones steht an, als plötzlich mein Telefon klingelt. Ähm, der North Country Boy schon wieder. Ich gehe nicht dran. Und rufe auch nicht zurück. Er hatte ja mal erwähnt, dass er mir noch so viel sagen will. Sagt er mir aber nicht, weil er nicht meine Beziehung gefährden will. Glaubt er ernsthaft, ich könnte noch etwas für ihn empfinden? Da ist mittlerweile so viel Abstand und teilweise auch Ekel, weil ich ja weiß, was er so macht. Vielleicht hätte ich einfach besser meine Klappe gehalten und nichts mehr geschrieben. Aber sorry, daran wäre ich noch erstickt.
In den Folgetagen muß ich immer wieder daran denken, wie sehr mich besonders die letzten 2,5 Jahre geprägt haben. Die Zeit kurz bevor ich den Mann kennenlernte und natürlich die Zeit, die ich ihn kenne und mit ihm zusammen bin.
Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich nichts mehr von der Person, die ich einst war. Und ich mag das. Ich sehe keine unsichere Person mehr, die sich falschen Typen an den Hals wirft, nur um sich geliebt zu fühlen. Tatsache ist, ich liebe und ich werde geliebt. Weil ich so bin, wie ich bin.
Der Mann schafft es, dass ich einfach immer ein bißchen auf Wolken laufe. Weil er einfach da ist. Weil unsere Liebe bedingungslos und aufrichtig ist. Ich könnte mir nie verzeihen, diese für irgendeinen Idioten auf's Spiel zu setzen.
Die Vergangenheit hat keine Chance mehr. Weil die Gegenwart mir all die Kraft gibt, die ich brauche.
Ich bin nicht mehr innerlich klein und unsicher. Ich bin wirklich stark. Und für's nächste Mal merke ich mir einfach mal, so einen Scheiß direkt zu klären und nicht jahrelang dran rumzukauen. Bringt nix außer Frustration.

13.04.2017

Making plans for Kat

Ich befand mich in den letzten Wochen gefühlt häufiger am Boden. Aber aus irgendeinem Grund lande ich tatsächlich immer auf den Füßen. Beziehungsweise kann ich einfach nicht lange am Boden liegen bleiben, wenn ich denn mal so richtig falle. Da sind immer wieder Menschen, die mich aufrichten. Da sind immer Gründe, die mich wieder aufstehen lassen. Ich hab ein paar Pläne gemacht. Die werde ich jetzt Schritt für Schritt angehen. Ich habe endlich wieder die lang vermisste Kraft und Stärke zurück.

06.04.2017

Unvollständig

Manchmal denke ich, dass ich eine viel zu große Baustelle bin. Eine, bei der nichts voran geht und bei der nichts klappt. Ein gestriges Telefonat hat meine Laune in den Keller befördert und holt mal wieder all die längst vergrabenen Zweifel hervor. Die, die ich so lange versteckt hatte. Die, die nur auf eine Chance gewartet haben, um wieder aufzutauchen.
Wenn Menschen es schaffen, dass du dich nach einem Telefonat wertlos und scheiße fühlst, und du noch nicht mal weißt warum, ist das ein unglaublich mieses Gefühl.

25.02.2017

Stagnation und Lethargie

Ich mag diese Worte nicht. Weil sie, für mich, mit scheitern und Stillstand verbunden sind. Weil man gerade etwas nicht schafft und resigniert. Ich schaffe es gerade weder Zielgewicht zu erreichen, noch schaffe ich es trübe Gedanken aus meinem Kopf zu bekommen. Ich bin wütend über mich selbst und auch zu einem großen Teil genervt. Ich schaue nicht auf das was ich erreicht habe (44 Kilo weniger sind für mich gerade nix), sondern rege mich über das auf, was ich nicht schaffe. In meinem Kopf ist dieses 'Ich will dies, das, jenes' und gleichzeitig brüllt etwas in mir 'Ich kann nicht'.
Ich ärgere mich über Menschen aus meiner Vergangenheit, die schon längst keine Rolle mehr spielen. Bin wütend darüber, wie dumm ich war. Und im nächsten Moment denke ich: 'Lass es doch einfach endlich mal gehen', aber ich kann nicht. Ich hab so dermaßen die Schnauze voll. Von mir und manchmal einfach von allem. Ich denke da wie Mark Renton in Trainspotting 2. Nämlich, dass ich mir das wahrscheinlich noch verdammte 30 Jahre antun soll. Immer wieder wütend und lethargisch zu sein und nicht den Arsch in der Buxe zu haben den Scheißmenschen da draußen mal zu sagen, dass sie einfach scheiße sind. Oder nicht die Chance dazu bekommen.

23.01.2017

There's things I want

Ich liege flach. Mit einer Halsentzündung und Schnupfen. Den Mann hat es auch erwischt. Ich könnte natürlich jetzt jammern und sagen, dass mein 2017 blöd anfängt. Das hat es aber nicht. Mir geht es, bis auf die tropfende Nase, gut. Ich nehme meine letzten Kilos in Angriff und achte stark auf mich. Sorge dafür, dass es mir gut geht. Weniger bullshit halt. Im Leben und im Netz.
Der Mann und ich sprachen vor ein paar Tagen darüber, dass wir uns jetzt eigentlich bald zwei Jahre kennen müssten. Was dazu führte, dass ich mir gerade nochmal unsere ersten Nachrichten durch las. Und was soll ich sagen? Ich schrieb ihm heute vor exakt zwei Jahren die erste Nachricht. Und habe es keine Sekunde bereut. Wenn ich einen Wunsch für die Zukunft habe, ist es der dass es zwischen uns exakt so bleibt wie es ist. <3

31.12.2016

Bye bye 2016

2016 war ein gutes Jahr, 9 Monate Normalgewicht, 12 Monate Mann <3 (wie ich immer dachte, dass ich keine Beziehung führen kann und er plötzlich da war), 39, neue Stone Roses Songs, weniger ab und mehr auf, erst Bob dann Pixie, von 46 auf 40, Pilates und Yoga, mehr lachen und weniger weinen, mehr im hier und jetzt als in der Vergangenheit, Abschiede, weniger on the run, mehr die Kontrolle zurückgewinnen, offener sein, weniger um das Geschwätz anderer Leute geben, Sing Street, Raum, Paterson, Rogue One, Tangerine L.A und so viele andere wunderbare Filme.
2016 war aber auch ein Jahr, in dem Prince, George Michael, David Bowie, Carrie Fisher und viele andere gegangen sind. Prince und George Michael waren fantastische Sänger und Musiker. Funky und sexy as hell. Es fehlen mir die Worte, um auszudrücken, wie sehr sie mir fehlen werden. Prinzessin Leia war so viel mehr als der goldene Bikini. Ihre Darstellerin Carrie Fisher war unglaublich witzig und ging offen mit ihrer Krankheit und ihrem Leben um. Bewundernswert.
2016 machte den Eindruck, als sei die Welt aus den Fugen. Was mich dazu bringt, mich in 2017 wieder stärker zu positionieren und mehr meinen Mund aufzumachen. Ich werde mich bewusster vor Dingen schützen, damit ich nicht gefühlt vor die Hunde gehe.
Mein Blick geht also nach vorne. Auf 2017. Das Jahr, in dem ich 40 werde. Es gibt Dinge, auf die ich mich jetzt schon freue. Und natürlich Ziele. Ich peile die letzten Kilos an. Im Kino freue ich mich auf Trainspotting 2, Star Wars Episode VIII und vieles vieles mehr. Musikalisch erhoffe ich mir endlich ein neues Stone Roses Album und eine Deutschlandtour. Der Mann und ich wollen Dublin besuchen. Und ich werde in 2017 meinen gerade erst 3 Jahre alten Ausweis erneuern lassen müssen. Damit ich überhaupt nach Irland einreisen darf. Man erkennt mich auf dem Foto nämlich fast nicht mehr.

Ich danke euch für Kommentare, Rückmeldungen und Austausch, hier und auf Twitter. Ich wünsche euch für 2017 das alles in Erfüllung geht, was ihr euch wünscht. Kraft, Mut, Energie und Liebe.

14.12.2016

Ungesagtes

Ich hatte gestern morgen einige Dinge zu erledigen und lief dabei an einem Hotel vorbei. Und zack, sind da plötzlich Erinnerungen an einen Mann aus meiner Vergangenheit. An Zeit, die ich mit im verbracht habe. An Abhängigkeiten und an meine Naivität. Wie konnte ich denn wirklich glauben, dass ich einem verheirateten Mann etwas bedeute?!
Letzte Nacht dann gleich der nächste Traum. Ebenfalls an einen Mann aus meiner Vergangenheit. Der 2006 weg ging und zu dem ich danach nur noch mal kurz Kontakt habe. Jedes Jahr, um meinen Geburtstag herum, denke ich an ihn. Zu dieser Zeit denke ich ebenfalls an den North Country Boy. Und es nervt. Es nervt, weil ich mir immer wieder vor Augen halten muß, wie dumm ich war. Wie wenig Selbstbewusstsein ich hatte, weil ich auf so was reingefallen bin.
Im Nachhinein möchte ich mich selber mal kräftig schütteln. Dann beschäftigt mich aber auch die Frage, ob ich alles nochmal so machen würde, wenn ich, mit der Erfahrung von heute, nochmal zurück könnte. Fragen wir uns das nicht alle irgendwann mal?! Würde ich die selben Fehler wieder machen? Würde ich wieder auf die gleichen Typen reinfallen? Vielleicht würde ich andere Fehler machen, die dann wieder ganz andere Auswirkungen hätten.
Tatsache ist, wir können nicht zurück. Wir können uns vielleicht damit abfinden (und darauf einigen), dass die negativen Dinge uns ebenso geprägt haben, wie die positiven. Wäre das mit den Typen nicht passiert, hätte ich vielleicht nie erkannt, wo meine Probleme lagen. Ich hätte nie verstanden, warum ich zu Abhängigkeiten neige. Und ich wäre heute wahrscheinlich nicht in der Lage den Mann zu lieben. So, wie ich noch nie jemanden geliebt habe. Diese tiefe Liebe, die mich ganz häufig überrennt, wenn ich morgens neben ihm wach werde und in sein Gesicht schaue. Dieses Gefühl von bedingungslosem Vertrauen. Dass ich so vorher noch nie erlebt habe. Keine Sekunde zweifeln.
Trotzdem ist die Vergangenheit da. Und ab und an beschleicht mich der Gedanke, was aus den Männern geworden ist. Es ist meine Neugier, die mich darüber nachdenken lässt. Denken sie wohl noch an mich? Erinnern sie sich an Begebenheiten? An Dinge die gesagt wurden? Denken sie bei bestimmten Liedern an mich? Fragen sie sich, was aus mir geworden ist? 
Ich weiß gar nicht, warum ich überhaupt über so was nachdenke. Vielleicht, weil ich die Vergangenheit nicht immer so einfach gehen lassen kann. Oft frage ich mich, ob ich noch Dinge hätte sagen sollen. Oder ob meine Reaktion auf Sachen immer besonders geschickt war. Tatsache ist, ich kann auch diese Reaktionen nicht ändern, denn damals war ich halt noch nicht so alt wie heute. Das Alter bringt eine Menge Entspanntheit mit. Und trotzdem möchte ich, auch heute noch, dem North Country Boy einen Schlach vor den Hals geben. Für die Scheißsituationen, in die er mich gebracht hat. Dafür, dass er ganz oft meine schlechteste Seite rausgekitzelt hat. Wie er mich benutzt hat. Wieder und wieder. Aber gleichzeitig müsste ich mich auch selber hauen, weil ich es erlaubt habe.
Dem Mann, der vor 10 Jahren wegzog, würde ich heute vielleicht sagen, dass ich damals fürchterlich kindisch und dumm war. Aber was würde es helfen, diese Dinge sagen zu können? Es ändert nichts mehr an dem was passiert ist.
Ich kann heute nur in den Spiegel gucken und stolz sein auf die, die ich jetzt bin. Stolz darauf, wie mich die Vergangenheit geprägt hat. Wie stark und selbstbewusst sie mich gemacht hat. All das Ungesagte wird für immer in meinem Kopf bleiben. Oder vielleicht nochmal irgendwann den Weg finden. Man soll sich ja immer zweimal im Leben sehen. Oder besser nicht.

21.11.2016

Unwichtiges

Nachts von der Arbeit nach Hause laufen. Müde, leicht gestresst und mit Vorfreude auf das eigene warme Bett. In dem man heute morgen noch an den Mann gekuschelt lag. Plötzlich spricht mich ein junger Mann an. Ob ich wüsste, wo sich der Schlaftreff für Jugendliche befindet. Ich verneine und unsere Wege trennen sich. Während ich weitergehe, wird mir plötzlich bewusst wie dankbar ich eigentlich sein kann. Ich habe einen geschützten, privaten Raum. Ein Dach über dem Kopf. Ich habe Menschen, die für mich da sind. Und ich meckere häufig über Sachen, die eigentlich kein wirkliches Drama und völlig unwichtig sind.

26.10.2016

Kleine Fortschritte

Facebook hat mich ständig daran erinnert, dass ich länger nicht geschrieben habe. Die Geschichte mit meiner Mutter hat mich länger nicht losgelassen. Um ehrlich zu sein, hat sie mich nochmal in ein Tal der Tränen geschickt. Meine Mutter und ich haben telefoniert und es kamen direkt Vorwürfe ihrerseits. Wie ich überhaupt sowas denken könne. Keine Nachfrage, warum ich so empfunden habe. Dafür der Versuch ihrerseits, es wieder so zu drehen als sei sie das Opfer. Diesmal bin ich aber nicht darauf eingestiegen. Meine Mutter gibt sich keine Mühe und versucht erst gar nicht mich zu verstehen. Tatsache ist, wir haben uns vor ein paar Tagen wieder getroffen. Und ich wußte diesmal, dass ich direkt gehe, wenn irgendein blöder Spruch von ihrer Seite kommt. Mir ist endlich mal wieder bewußt geworden, dass ich nicht mehr von ihr abhängig bin. Ich wohne nicht mehr mit ihr unter einem Dach und ich kann tun und lassen was ich will. Als mir das klar wurde, ging es mir erstmal wieder besser. Und das Treffen mit ihr war erstaunlich harmonisch.
Ich habe viel nachgedacht in den letzten Wochen. Wahrscheinlich war es deswegen auch so ruhig hier. Aber das nachdenken hat geholfen. Ich fühle mich besser und ich sehe Dinge klarer. Ich sehe mich wieder klarer. Ich weiß jetzt, dass ich immer wieder Rückschritte machen werde. Aber jeder Rückschritt bringt mich am Ende wieder einen kleinen Schritt nach vorne.

21.09.2016

Schluckauf

Dann beginnt diese Woche plötzlich so wie du es nicht willst. Ich treffe meine Mutter. Alles ist gut, entspannt, Muttern ist total begeistert von meinen kurzen Haaren und plötzlich passiert etwas. Eine Art Schluckauf meinerseits. Mitten in einem Gespräch sage ich meiner Mutter plötzlich, warum ich in Therapie war. Weil ich mich nie akzeptiert gefühlt habe von ihr. Als Mädchen. Wie ich in meiner Pubertät am liebsten nur noch sterben wollte. Weil ich mich so abgelehnt fühlte. Weil ich kein Junge war. Wie lange es gedauert hat, bis ich mich endlich so akzeptieren konnte, wie ich bin.

Ich wollte das meiner Mutter nie sagen. Weil sie es eh nicht verstehen würde. Weil sie sofort sagt, dass es nicht so war. So komisch dieses ganze Verhältnis zu meiner Mutter ist, ich hänge dennoch an ihr. Sie bedeutet mir etwas. Als ich sie verabschiede, ist da Distanz zwischen uns. Sie ist distanziert. Und ich denke im Nachhinein wieder, dass ich nichts hätte sagen sollen.

Bis mir andere nahestehenden Personen sagen: Es ist okay. Es sind deine Gefühle und die darfst du sagen. Und vielleicht mußte es einfach mal raus.