13.07.2017

Dear Mama

Ich kaue jetzt seit fast 3 Wochen an diesem Text rum. Daran, dass meine Mutter sich nicht ändern wird. Daran, dass mal wieder ihr Ego gekränkt wurde. Dass sie etwas nicht früh genug wußte. Ich wußte wirklich nicht, dass es so schlimm ist, wenn man nicht alles sofort weiß. Ich bin müde, erschöpft, ausgelaugt. Nach einem weiteren komischen Telefonat am vergangenen Montag rufe ich jetzt nicht mehr an. Ich habe keine Lust mehr, mich blöd anmachen zu lassen. Mir dumm kommen zu lassen. Ich kann es nicht. Gerade nicht. Und wenn es so weiter geht, dann breche ich endgültig den Kontakt ab. Ich will drüber stehen, aber ich schaffe es nicht.

12.06.2017

Birthday Katze on the run

5 Jahre schreibe ich nun hier über die Dinge die mich bewegen. 5 Jahre, in denen sich so viel verändert hat. In denen, vor allen Dingen, ich mich verändert habe. Von unglücklich und am Boden zu glücklicher und häufiger mal ohne Bodenhaftung (was durchaus positiv gemeint ist).
Von adipös zu normalgewichtig, von langen zu kurzen Haaren. Von 'mich den falschen Männern an den Hals werfen' zu 'endlich den einen kennen- und liebenlernen' (sogar ganz ohne werfen ;). Von fehlendem Selbstbewusstsein zu einem gesunden. Unsicherheiten und emotionale Löcher nicht mehr mit Essen stopfen, sondern sie zulassen. Mich nicht immer von ihnen steuern lassen. Fehler und Macken akzeptieren und wissen, dass man eigentlich gar nicht so übel geraten ist.
Gefühlt bin ich einen langen Weg gelaufen. Und in vielem endlich bei mir angekommen. Ich weiß jetzt, dass ich nicht verkehrt bin. Ich weiß jetzt, dass kein Mann die eigenen emotionalen Löcher flicken kann. Selbstwertgefühl bzw. Selbstbewusstsein darf niemals vom Partner abhängig sein. Ich bin in den letzten Jahren ziemlich selbstverständlich immer auf den gleichen Typ Mann reingefallen. Neben dem ich mich klein gefühlt habe, häßlich. Bei dem ich froh war, dass er mich überhaupt angeguckt hat, weil ich ja so schäbig war. Diese Erkenntnis war lang und schmerzhaft, geprägt von Rückschlägen (siehe North Country Boy). Ende 2014 habe ich endlich gelernt, dass es anders geht. Dass ich mich nicht verstellen muß. Dass ich einfach mal die sein darf, die ich bin. Mit Ecken, Kanten und Fehlern. Und dass ich trotzdem, oder gerade deswegen, geliebt werde. Als ich den Mann zum ersten Mal auf einem Bild sah, wußte ich dass er es ist. So verkitscht romantisch das klingen mag. Es war irgendwas an ihm, dass mich dies spüren ließ.
Wahrscheinlich merkt man, dass es mir gut geht, weil es hier ziemlich ruhig geworden ist. Mein Leben findet halt mehr in der Realität statt und weniger virtuell. Und das gefällt mir so auch ziemlich gut.
Aufhören zu schreiben werde ich aber trotzdem nicht. Und mich weiterhin über Rückmeldungen und über stille Mitleser freuen <3.

07.06.2017

U73 - 2 Jahre Fettlogik überwinden

Vor exakt zwei Tagen hatten 'Fettlogik überwinden' und ich unseren 2. Jahrestag. Vor zwei Jahren las ich in einer Nacht- und Nebelaktion das Buch und beschloß, etwas an meinem Gewicht von 105,4 Kilo zu ändern (Höchstgewicht war bei mir 120 Kilo). Das Buch war mein Augenöffner. Es half mir, die Kontrolle über meinen Körper zurückzugewinnen. Mein Körper und ich sind heute eine selbstverständliche Einheit. Er ist viel schmaler geworden, gleichzeitig aber auch viel stärker. Ich habe jetzt Muskeln, bin aber immer noch skinny fat (was sich in den nächsten Monaten noch ändern wird). Ich habe keine Knieschmerzen mehr, kann mich ohne Schwierigkeiten bewegen und stehe fest mit beiden Füßen im Leben. Etwas, was ich vorher nicht war. Mir ist bewusst geworden, dass ich übergewichtig sehr oft gestolpert bin oder generell unsicher auf den Füßen war. Vor einem Jahr erreichte ich Normalgewicht. Und wurde dann faul. Ich verlor mein Zielgewicht (68 Kilo) aus den Augen, nahm wieder etwas zu, wieder etwas ab etc. Seit ein paar Tagen läuft es aber wieder. Und so kann ich heute stolz verkünden, dass ich jetzt eine U73 bin. Top motiviert bis in die Haarspitzen, um mein Ziel zu erreichen. Seit ich das Buch zum ersten Mal las, sind 32,6 Kilo runter. Mit der vorherigen Abnahme sind es insgesamt 47,2 Kilo. Wenn ich diese Zahlen sehe, kann ich überhaupt nicht glauben, was da mit mir passiert ist. Würde mir heute jemand sagen, dass ich jetzt 47 Kilo tragen müsste, würde ich wohl zusammenbrechen.
Aus meinem Umfeld gibt es weitere Erfolgsnachrichten. Den Mann hat es auch gepackt und er hat mal eben 22 Kilo in 4 Monaten abgenommen (Mich hat seine Figur übrigens nie gestört. Ihn meine auch nicht, denn er hat mich mit 110 Kilo kennengelernt). Es war spannend, ihn bei der Abnahme zu begleiten, so wie er es bei mit tat bzw. noch tut. Außerdem bin ich Dank ihm wieder neu motiviert, endlich das Ziel zu erreichen.
Mein Körper hat die Abnahme ziemlich gut verkraftet. Natürlich hängt da Haut, aber es hätte viel schlimmer sein können. Außerdem bildet sich auch immer noch etwas Haut zurück. Sind wir mal ehrlich: Narben haben wir doch alle. Und sie erzählen Geschichten. Unsere Geschichten. Unsere Kämpfe. Unsere Veränderungen.
Mein Körper und ich sind jetzt in einer entspannten Beziehung. Wir vertrauen uns. Wir probieren neue Dinge aus. Ich habe skinny jeans für mich ebenso entdeckt, wie baggy pants. Mittlerweile müssen meine Oberteile nicht mehr lang sein. Und ich trage zum ersten Mal seit 13 Jahren wieder kurze Haare. Weg von überschulterlangem Haar, hin zu einem Pixie Cut. Lange Haare passten irgendwann einfach nicht mehr zum schmalen Gesicht. Durch die Abnahme hat sich mein hormoneller Haarausfall auf ein Minimum reduziert.
Wenn ich jetzt über die Straße laufe, habe ich nicht mehr das Gefühl angestarrt zu werden. Wobei ich vor zwei Wochen in der U-Bahn angeschaut wurde. Aber am Lächeln der unheimlich hübschen Dame, konnte ich ablesen, dass sie mein Outfit und den Haarschnitt irgendwie ziemlich cool fand.
Was ich definitiv noch lernen muß, ist das dickere Fell im Bezug auf die Mitmenschen. Ich bin sportsüchtig, zu dünn, jetzt wäre doch mal gut mit abnehmen etc. Merke, es wird schwierig, wenn jemand ausbricht und sich verändert. Und das, ohne sich dabei den Stoffwechsel kaputt zu machen oder im Hungermodus zu sein ;). Als wäre man eine Bedrohung. Ganz ehrlich, mir ist das Gewicht meiner Mitmenschen egal. Nur erzähl mir einfach keinen Mist mehr in Bezug auf Diäten und Ernährung. Da kann ich dann wirklich nicht mehr meinen Mund halten.
'Fettlogik überwinden' kam genau zur richtigen Zeit. Ich war an einem Punkt, an dem ich meine inneren Veränderungen endlich nach außen bringen mußte. Ich wollte einfach nicht mehr die passive Person sein, die einfach immer alles erträgt und keine Kontrolle hat.
Zum Schluß möchte ich, neben der Academy, Robin und Nadja danken. Ich finde, dass kann man gar nicht genug. Ihr seid wunderbar und inspirierend. Und danke auch an die Menschen in meinem realen und virtuellen Leben. Ich bin froh euch zu kennen (auch wenn es virtuell nur ein bißchen ist ;).

06.06.2017

Blauäugig

Ich hatte im Mai ein Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung. Lief, meiner Meinung nach, katastrophal (weil ich mal wieder völlig naiv in was rein ging). Dennoch bekam ich eine knappe Woche später eine Zusage. Der Mann und ich witzelten, dass die Einladung bestimmt nur wegen meiner neuen Bewerbungsfotos erfolgten. Am Tag der Zusage brach dann gefühlt die Welt zusammen. Ich wußte schon nach dem Gespräch, dass ich die Ausbildung nicht machen könnte. Zu viele ABER. Ich würde kein Geld bekommen, weil schulisch. Ich müßte wieder Dinge essen, auf die ich gerne verzichte. Und ich habe mich vor Ort nicht wirklich wohl gefühlt. Nach drei Tagen dann der Entschluß abzusagen. Nennt mich verrückt oder sonstwas, aber ich muß hinter der Entscheidung stehen. Ich werde in einigen Monaten 40. Ich habe nur ein abgeschlossenes Studium vorzuweisen. Und eigentlich weiß ich immer noch nicht, wohin der Weg gehen soll. Inzwischen weiß ich aber besser, was ich nicht will. Was ja auch schonmal nicht verkehrt ist. Wenn das Bauchgefühl nicht sofort ja sagt, dann sage ich lieber nein. Sonst endet es eh wieder in einer Katastrophe samt emotionaler Erschöpfung.

25.05.2017

No filter needed

Meine Blogaktivitäten bewegen sich momentan auf niedrigem Niveau. Es gibt einerseits nicht vieles (aber doch etwas) zu berichten, andererseits verbringe ich meine private Zeit am liebsten mit dem Mann, den ich liebe. Ohne etwas davon im Internet zu teilen. Außer vielleicht welche Staffel von Game of Thrones ich gerade gucke. Der Mann hält wenig von sozialen Netzwerken und auch mein Blick hat sich in den letzten Tagen ein bißchen verändert. Ich habe meinen privaten Instagram Account gelöscht. Weil mich die perfekten Leben, die perfekten Abnehmbilanzen, die perfekten Wohnung, Beziehungen etc. unglaublich gestresst und deprimiert haben. Mein Gewicht geht zwar gerade runter, aber das passiert langsam und im eigenen Tempo. Ich finde es auch immer schwierig, wenn Beziehungen extremst zelebriert werden. Der Mann liebt mich, ich liebe ihn. Wir müssen das nicht mit der Welt teilen. Ich war so lange Single, ich habe mich so lange scheiße deswegen gefühlt (frei nach dem Motto: Du wirst nie ne Beziehung hinkriegen). Ich weiß, wie es ist auf perfekte Pärchen zu gucken. Auf perfekte Menschen.
Ich bin das nicht. Ich brauche keinen Filter, keinen Effekt, keinen Sponsor, keine Motivation. Ich brauche Dinge mit Ecken, Macken und Kanten. Denn dann sind sie genau wie ich. Unperfekt.

25.04.2017

Let the past be the past

Der Mann hat den Titel für diesen Eintrag vorgegeben. Den genau diese Worte sprach er gestern zu mir. Weise Worte. Es ist ein bißchen was passiert. Dinge, die nochmal die Vergangenheit aufblitzen ließen.
Ich hatte vor einigen Wochen den Rappel dem North Country Boy unbedingt noch eine sehr wütende Nachricht zu schreiben. Irgendwie grummelte es in mir und es mußte raus. Oder wie der Mann sagte: 'Ehe du mir implodierst, lass es raus'. Gesagt, getan. Keine Reaktion. Bis letzte Woche Samstag. Als um kurz vor 10 morgens mein Handy klingelt. Erstmal wegdrücken. Um dann doch zurück zu rufen. Der übliche Zustand am anderen Ende. Was jetzt diese Nachricht soll?! Er sollte mich doch in Ruhe lassen etc. Ok, wir haben nicht viel geredet, aber wir haben jetzt endgültig die Vergangenheit begraben und werden zukünftig, falls wir uns mal begegnen sollten (eher wird die Erde wohl von irgendwas getroffen), vernünftig miteinander umgehen. Später am Tag zum Mann, das Ganze erstmal erzählt und damit den Teil meines Lebens abgeschlossen. Abends auf der Couch, Staffel 4 von Game of Thrones steht an, als plötzlich mein Telefon klingelt. Ähm, der North Country Boy schon wieder. Ich gehe nicht dran. Und rufe auch nicht zurück. Er hatte ja mal erwähnt, dass er mir noch so viel sagen will. Sagt er mir aber nicht, weil er nicht meine Beziehung gefährden will. Glaubt er ernsthaft, ich könnte noch etwas für ihn empfinden? Da ist mittlerweile so viel Abstand und teilweise auch Ekel, weil ich ja weiß, was er so macht. Vielleicht hätte ich einfach besser meine Klappe gehalten und nichts mehr geschrieben. Aber sorry, daran wäre ich noch erstickt.
In den Folgetagen muß ich immer wieder daran denken, wie sehr mich besonders die letzten 2,5 Jahre geprägt haben. Die Zeit kurz bevor ich den Mann kennenlernte und natürlich die Zeit, die ich ihn kenne und mit ihm zusammen bin.
Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich nichts mehr von der Person, die ich einst war. Und ich mag das. Ich sehe keine unsichere Person mehr, die sich falschen Typen an den Hals wirft, nur um sich geliebt zu fühlen. Tatsache ist, ich liebe und ich werde geliebt. Weil ich so bin, wie ich bin.
Der Mann schafft es, dass ich einfach immer ein bißchen auf Wolken laufe. Weil er einfach da ist. Weil unsere Liebe bedingungslos und aufrichtig ist. Ich könnte mir nie verzeihen, diese für irgendeinen Idioten auf's Spiel zu setzen.
Die Vergangenheit hat keine Chance mehr. Weil die Gegenwart mir all die Kraft gibt, die ich brauche.
Ich bin nicht mehr innerlich klein und unsicher. Ich bin wirklich stark. Und für's nächste Mal merke ich mir einfach mal, so einen Scheiß direkt zu klären und nicht jahrelang dran rumzukauen. Bringt nix außer Frustration.

13.04.2017

Making plans for Kat

Ich befand mich in den letzten Wochen gefühlt häufiger am Boden. Aber aus irgendeinem Grund lande ich tatsächlich immer auf den Füßen. Beziehungsweise kann ich einfach nicht lange am Boden liegen bleiben, wenn ich denn mal so richtig falle. Da sind immer wieder Menschen, die mich aufrichten. Da sind immer Gründe, die mich wieder aufstehen lassen. Ich hab ein paar Pläne gemacht. Die werde ich jetzt Schritt für Schritt angehen. Ich habe endlich wieder die lang vermisste Kraft und Stärke zurück.

06.04.2017

Unvollständig

Manchmal denke ich, dass ich eine viel zu große Baustelle bin. Eine, bei der nichts voran geht und bei der nichts klappt. Ein gestriges Telefonat hat meine Laune in den Keller befördert und holt mal wieder all die längst vergrabenen Zweifel hervor. Die, die ich so lange versteckt hatte. Die, die nur auf eine Chance gewartet haben, um wieder aufzutauchen.
Wenn Menschen es schaffen, dass du dich nach einem Telefonat wertlos und scheiße fühlst, und du noch nicht mal weißt warum, ist das ein unglaublich mieses Gefühl.

25.02.2017

Stagnation und Lethargie

Ich mag diese Worte nicht. Weil sie, für mich, mit scheitern und Stillstand verbunden sind. Weil man gerade etwas nicht schafft und resigniert. Ich schaffe es gerade weder Zielgewicht zu erreichen, noch schaffe ich es trübe Gedanken aus meinem Kopf zu bekommen. Ich bin wütend über mich selbst und auch zu einem großen Teil genervt. Ich schaue nicht auf das was ich erreicht habe (44 Kilo weniger sind für mich gerade nix), sondern rege mich über das auf, was ich nicht schaffe. In meinem Kopf ist dieses 'Ich will dies, das, jenes' und gleichzeitig brüllt etwas in mir 'Ich kann nicht'.
Ich ärgere mich über Menschen aus meiner Vergangenheit, die schon längst keine Rolle mehr spielen. Bin wütend darüber, wie dumm ich war. Und im nächsten Moment denke ich: 'Lass es doch einfach endlich mal gehen', aber ich kann nicht. Ich hab so dermaßen die Schnauze voll. Von mir und manchmal einfach von allem. Ich denke da wie Mark Renton in Trainspotting 2. Nämlich, dass ich mir das wahrscheinlich noch verdammte 30 Jahre antun soll. Immer wieder wütend und lethargisch zu sein und nicht den Arsch in der Buxe zu haben den Scheißmenschen da draußen mal zu sagen, dass sie einfach scheiße sind. Oder nicht die Chance dazu bekommen.

23.01.2017

There's things I want

Ich liege flach. Mit einer Halsentzündung und Schnupfen. Den Mann hat es auch erwischt. Ich könnte natürlich jetzt jammern und sagen, dass mein 2017 blöd anfängt. Das hat es aber nicht. Mir geht es, bis auf die tropfende Nase, gut. Ich nehme meine letzten Kilos in Angriff und achte stark auf mich. Sorge dafür, dass es mir gut geht. Weniger bullshit halt. Im Leben und im Netz.
Der Mann und ich sprachen vor ein paar Tagen darüber, dass wir uns jetzt eigentlich bald zwei Jahre kennen müssten. Was dazu führte, dass ich mir gerade nochmal unsere ersten Nachrichten durch las. Und was soll ich sagen? Ich schrieb ihm heute vor exakt zwei Jahren die erste Nachricht. Und habe es keine Sekunde bereut. Wenn ich einen Wunsch für die Zukunft habe, ist es der dass es zwischen uns exakt so bleibt wie es ist. <3