12.11.2012

Ziemlich beste Freundinnen

Seit Ewigkeiten in derselben Klasse. Im Abitur dann befreundet. So richtig. Träume teilen, die Lieblingsmusik und das gemeinsame durch die Scheiße gehen. Nach dem Abitur noch Kontakt. Dann plötzlich reißt der ab. Es passiert viel und dann ein Wiedersehen mit ihrer Mutter. Hören dass sie mich vermisst. Nach Hause kommen und weinen. Eine SMS von ihr macht Hoffnung. Dann nichts mehr. Stille. Trauer meinerseits. Nun die Hoffnung. Sie taucht in einem sozialen Netzwerk auf. Ich frage sie an und warte. Mit Herzklopfen. Warte darauf ihre grünen Augen vielleicht wiederzusehen. Und eventuell sogar festzustellen dass da immer noch Freundschaft ist. Oder zumindest Interesse.

Get out of my dreams

Von ihm geträumt. Ist lange nicht mehr passiert. Geträumt er schickt seine Frau nach Hause, wegen mir. Macht mir die Ansage ich solle doch mit ihm noch was starten. Ich weiß nicht was ich darauf antworten soll. Ein verführerisches Angebot. Ich erwache. Zum Glück.

08.11.2012

Herzschlag im Ruhrgebeat

Hömma. Ein Wort mit dem viele meiner Sätze anfangen. Heißt soviel wie: Achtung hör mir mal bitte zu! Im Ruhrgebiet halten wir uns nicht mit langen Reden auf. Wir sind direkt und schnell: Samma (Sag mal), Zamma (Zeig mal) oder Wat is (Was ist denn eigentlich los?) gehören zur Standardsprache des Ruhrgebiets und seiner Bewohner. Wir retten dem Dativ und sabbeln so wie uns die Schnüss gewachsen ist. Da gibt es tatsächlich die älteren Menschen die mit dem Kissen im Fenster liegen und gucken was auf der Straße passiert.
Da gehen dir die Blagen auffe Nerven und da ist auch eine der typischen Konversation: Wie is? Muß! Ja wir bedienen die Klischees. Nee anders wir sind das Klischee. Wir bölken uns schonmal an aber meistens ist das auch schnell wieder vergessen. Wenn ich mal im Ausland war habe ich bei meiner Rückkehr schnell gemerkt was ich vermisst habe. Da steigse innen Zuch und has vergessen dat Schalke spielt und komms ersma mitten in die Fusekfans. Da wird lamentiert wie dat Spiel heute laufen muß. Wenn den Vereinen mal die Trainer ausgehen, wir haben Millionen hier. Wir tragen den Pott im Herzen und das Herz auf der Zunge. Wir sind direkt aber eigentlich ist das selten böse gemeint. Wir mögen keine Klugscheißer die uns erzählen wollen wie wir sein sollen. Wenn da einer lange rumlabert dann kommt die Ansage: Butter bei die Fische oder red mal Tacheles. Hier gehst du anne Bude Klümpkes holen (gerne die gemischte Tüte) und hier schmeckt die Currywurst einfach lecker.
Oft habe ich mir gewünscht woanders zu wohnen aber je älter ich werde desto mehr merke ich dass ich hier einfach hingehöre. Ich kann auch Hochdeutsch aber kommse mir blöd krisse den Pott aber ma direkt vor dat Freßbrett geknallt. In uns steckt immer noch die Malochermentalität dabei haben wir hier eine riesige Universitätsdichte und mit jeder Menge Kultur auch vieles zu bieten.
Ich bin so ne richtige Granate von Ruhrgebietsfrau. Ich liebe die Offenheit der Menschen, die Direktheit, das rauhe aber herzliche im Umgangston und die wunderbaren Vergleiche die hier Leute aufstellen. Ebenso die wunderbare Argumentation a la Herbert Knebel: Jackoline nich den Matzel die Schüppe aum Kopp hauen dat is doch kein Fremda! Ich bin meiner Familie dankbar dass wir als dies immer noch pflegen. Ich bin zwar die erste die an die Uni gegangen ist aber das hält mich nicht davon ab so zu quatschen wie ich et gelernt hab. Und das werde ich mir nie und nimmer abgewöhnen da kannze warten bisse schwatt wirs. Aber pottenschwat. Hömma ich sach et dir.

30.10.2012

Schöne neue digitale Welt

Twitter ist eine interessante Möglichkeit mit wenigen Zeichen kreativ zu sein. Facebook hilft mit weit entfernten Menschen Kontakt zu halten. Aber letzte Woche durfte ich eins wieder feststellen. Nichts auf der Welt ersetzt dir den persönlichen Kontakt mit deinen Freunden. Wenn du bei einem Kaffee am Tisch sitzt und redest. Dich ansiehst. Zusammen lachst oder traurig bist. Unbezahlbar.

26.10.2012

Fremdkörper

Heute in meiner Heimatstadt gewesen. In der Gegend wo ich fast mein gesamtes Leben verbracht habe. Ich kenne jede Ecke und jeden noch so dunklen Winkel aber meine Heimat erkennt mich nicht mehr. Weil ich eine andere bin. Nicht mehr abhängig. Frei. Mutig. Stark. Befreit.

21.10.2012

Naivität

Manchmal sollte ich es besser Dummheit nennen. Grenzenlose Dummheit. Erzähl mir etwas, mach mir Hoffnungen und ich glaube es. Ich glaube es weil ich an das Gute im Menschen glaube. An das was Menschen mir versprechen. Um dann wieder auf die Klappe zu fallen und mir neue Wunden zuzufügen.

19.10.2012

Unnahbar

Momentan bin ich wahrscheinlich einer der schwierigsten Menschen unter der Sonne. Distanziert und sehr mit mir selbst beschäftigt. Nicht greifbar und gerne alleine. Nicht immer ganz freundlich. Es fällt mir schwer mich zu öffnen da ich erst mal selber mit meinem ganzen Kram fertig werden muß. Und ich bin so verdammt reizbar. Gestern hätte ich im Affekt glatt eine Freundschaft beenden können (was ich nicht getan habe) und zusätzlich wegen einer anderen Sache heulen können (was ich fast getan hätte). Darüber gesprochen habe ich mit meinen Geschwistern. Die Menschen mit denen ich immer rede bei sowas. Freunde sind großartig, Geschwister unersetzlich. Niemand kennt mich so und niemand weiß mehr über meine dunklen Seiten. Niemand liebt mich bedingungsloser. Und niemand hat den Mut mir ins Gesicht zu sagen was denn das beste für mich ist.
Irgendwann in kurzer Zeit werde ich bestimmt wieder greifbar sein. Nicht mehr distanziert und nahbar. Bis dahin kann ich nur auf jede Menge Geduld und Verständnis hoffen.

Bloggerkissen

Vielleicht bin ich ja so wie andere kreative Menschen und habe die besten Ideen im Bett. Leider ist meine Kopfstütze am Bett so unbequem dass ich mich einen kleinen Luxus leisten mußte. Ein sogenanntem Relaxkissen. Und damit ich auch noch gute Laune beim Betrachten bekomme gibt es was mit Cupcakes in quietschigen Farben. Manchmal bin ich wirklich jenseits des guten Geschmacks. Und weil Relaxkissen nicht passt ernenne ich das Röllchen nun zu meinem offiziellen Bloggerkissen.

17.10.2012

Rückschritte

Da denke ich nun ich bin auf einem guten Weg eine Andere, eine Bessere zu werden und schon falle ich wieder in nervige, alte Muster zurück. Ich fühle mich unverstanden und gestreßt. Von jetzt auf gleich. Nach Hause kommen mit guter Laune. Zwanzig Minuten später angenervt und es ist nichts passiert. Irgendetwas habe ich gelesen von dem ich mich provoziert fühlte. Und das nervt mich jetzt. Das andere Menschen immer meinen sie wären etwas besseres. Oder sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen. Ich will mich eigentlich von so einem Mist jetzt nicht runterziehen lassen. Ich brauche meine Energie für wichtige Sachen. Für mich!

16.10.2012

Aufgeräumt

Nun lege ich los. Ich hab ein Stück altes Leben hinter mir gelassen und mehr Zeit für mich. Viel nachgedacht und zu der Erkenntnis gekommen dass ich eine Therapie machen werde. Schreiben ist ja auch eine Art Therapie aber sie hilft mir leider nicht die dunklen Flecken in meinem Leben aufzuhellen und mich zu verändern. Dazu brauche ich professionelle Hilfe. Um endlich nicht mehr zu denken dass ich nichts wert bin und um mit meiner Familiengeschichte klarzukommen. Vielleicht hätte ich das schon vor Jahren wagen sollen aber ich fühle mich erst jetzt stark genug dafür. Ich weiß dass die große Schraube bewegt werden muß damit ich in meinem Leben wirklich großartiges leisten kann. Bis dahin werde ich mich in nichts neues stürzen sondern erstmal schauen was ich wirklich will.