14.05.2014

Catch me if you can

Ich habe jetzt den halben Tag im Bett verbracht und begonnen dieses Buch zu schreiben. Es ist befreiend und gleichzeitig verdammt schmerzhaft zu schreiben. Einerseits fasziniert es mich wie schnell meine blau lackierten Fingernägel über die Tastatur fliegen und andererseits ist plötzlich jede verdammte Emotion aus den letzten Jahren präsent. Dinge, die ich eigentlich schon fast wieder vergessen hatte, tauchen schlagartig wieder auf. Sätze, die gesagt wurden. In wahnsinnig intimen Momenten. Ich bin gerade stolz auf mich weil ich diese Idee endlich verfolge. Und zwar ohne an mir zu zweifeln.

World in Motion

Heute morgen den Arztbesuch hinter mich gebracht. Aufgestanden, schlapp gefühlt, Schwindel im Kopf, das Gefühl von wieder hinlegen wollen. Und was macht meine Ärztin heute morgen? Statt mir eine kleine Butterfly-Nadel in den Arm zu setzen haut die mir eine Monsterspritze in den Arm um damit das Blut abzunehmen. Ich bin kein wirklich empfindlicher Mensch aber das war der Punkt wo ich zum ersten Mal eine Ohnmacht befürchtete. Dann zurück nach Hause und erstmal ins Bett. Immer noch Schwindel. Immer noch schlapp. Erstmal wieder schlafen.
Jetzt gerade sitze ich in meinem Bett, mitten zwischen Aufzeichnungen über den North Country Boy, meinem alten Tagebuch, zwei meiner Lieblingsalben und meinem Laptop auf dem Schoß. Ich habe endlich die Entscheidung getroffen dass ich mein erstes Buch schreiben werde. Ich hab so lange davon geträumt und es wird Zeit es endlich zu tun.
Außerdem habe ich gestern mal ein bißchen über Manchester recherchiert. Mich zieht es in die Ferne. Ich wollte schon in meiner Teenagerzeit dorthin und irgendwie wird der Wunsch immer größer. Ich mag den rauhen Charme der Stadt. Sie ist einfach wie ich.

13.05.2014

Heal the pain

Mein Körper streikt. Migräne und Schwindelanfälle und das momentan alle paar Tage. Außerdem Antriebslosigkeit, Schlappheit und Müdigkeit bis zum Umfallen. Heute morgen war ich bei meiner Ärztin. Morgen wird mir Blut abgenommen. Vermutlich zu niedrige Eisenwerte. Aber auch mein rasanter Gewichtsverlust (über 12 Kilo in noch nicht mal 8 Wochen) könnte dafür verantwortlich sein. Ich möchte mich momentan in eine Höhle verkriechen, warm gehalten werden und nur schlafen. Beschützt werden und nicht nachdenken müssen. Überhaupt nicht an irgendwas denken müssen.
Ist es wirklich mein Körper der mich gerade in die Knie bzw. ins Bett zwingt oder ist es vielleicht doch eher mein Geist? Mein Herz fühlt sich gebrochen an und es ist so bescheuert wenn ich das schreibe. Dieses Herz kann doch eigentlich gar nicht brechen weil doch nicht wirklich etwas passiert ist. Hätte ich vielleicht doch gerne nochmal mit ihm gesprochen? Mir geht einer seiner Sätze immer wieder durch den Kopf nämlich 'Wir müssen irgendwann mal rausfinden was das zwischen uns ist'. Und ich würde ihn so gerne fragen ob wir das wirklich müssen. Ist da wirklich irgendwas zwischen uns? Warum meldest du dich nie wenn es dir gut geht? Warum stehst du immer nur in desolaten Zuständen vor meiner Tür und warum rufst du nur dann an? Warum sagst du mir nur dann dass ich dir etwas bedeute wenn du völlig neben dir stehst? Wer bin ich für dich?
Ich könnte jetzt aus fast all diesen Fragen Antworten seinerseits zitieren aber das hilft mir nicht weiter. Ich habe schon einmal geschrieben dass ich keine Worte mehr will. Ich hätte gerne Taten gesehen und genau deswegen mußte ich reagieren weil ich weiß dass die Taten nie passieren werden. Weil es wahrscheinlich keinen Grund für Taten gibt. Weil da nicht wirklich Gefühle im Spiel sind. Weil da immer nur Worte bleiben. Die ich zwar gerne schreibe und höre aber manchmal will ich einfach nur fühlen.
Vielleicht kommen diese (meine) Worte ja an (ich hab ja immer noch die leise Hoffnung dass er das hier liest): Kein Mensch auf dieser Welt wird jemals verstehen was du mir wirklich bedeutest und das muß auch niemand. Wichtig ist dass du folgendes weißt: Ich werde immer da sein. Selbst wenn wir nicht in Kontakt sind. Ich werde immer meine starke, schützende Hand über dich halten. Ich werde dich in meinen Gedanken immmer bei mir tragen. Ich glaube daran dass du irgendwann lernen wirst dass du mehr bist als du immer meinst. Dass du nicht irgendwelche Substanzen brauchst um das zu sehen. Dass du irgendwann wieder kreativ sein wirst. Dass du einfach nur glücklich bist.
Andere Worte sind heute bei mir angekommen. Die waren so wichtig und gingen um meine Angst die ich davor habe dass er sich wieder meldet:
'Loslassen heißt auch, darauf nicht mehr zu warten oder sich das auszumalen und vor allem keine Angst zu haben'

11.05.2014

I might see me falling

Dieses Wochenende ist irgendwie verflucht weil plötzlich er wieder in meinen Gedanken ist und ich gerade anfange meine eigenen Entscheidungen in Frage zu stellen. Jetzt mal ehrlich, ich weiß dass ich bezüglich des North Country Boy das Richtige getan habe. Nur plötzlich fühle ich meine eigene Entscheidung nicht mehr. Stattdessen fühle ich zum ersten Mal seit Wochen wieder ihn. Und muß gerade fürchterlich weinen und weiß noch nicht mal warum. Ich bin heute morgen nochmal kurz weggedämmert und plötzlich war er da. In meinem Traum. Kurz aber intensiv. Und schon stürze ich in die Tiefe. Wie sehr ich mir manchmal wünsche dass meine emotionalen Fähigkeiten nicht so stark wären.
Ich weiß dass meine Entscheidung für alle das Beste war. Für mich, aber vor allen Dingen auch für ihn. Weil ich mich aus etwas rausnehme wo ich nicht hingehöre. Weil ich einfach überhaupt nicht zu ihm gehöre. Und im selben Moment weiß ich dass ich mir gut zureden muß damit ich nicht doch vor meiner eigenen Entscheidung kapituliere und einen Rückzieher mache. Kann mir bitte jemand mal erklären warum ich immer so emotional werde wenn es um ihn geht? Warum ich mich nicht beherrschen kann? Und warum ich immer noch an den Kuss denken muß? Warum ich nicht aufhören kann mehr zu wollen? Warum ich jetzt schon weiß dass ich bestimmt wieder schwach werde wenn er mich anruft?
Ich weiß gar nicht ob ich ihm jemals gesagt habe was er mir bedeutet? Tatsache ist, er hat eine richtige Frau aus mir gemacht. Ohne meine Grenze zu übertreten oder mich zu überfordern. Ohne zu fordern. Ohne dabei nur an sich zu denken. Wenn ich in den Spiegel schaue und die Frau sehe die ich heute bin dann sehe ich immer einen Teil von ihm in meinem Spiegelbild. Jede Stelle meines Körper trägt seine Berührungen, eingebrannt wie ein Tattoo. Er hat mir damals den Weg gezeigt um meine eigene Weiblichkeit zu entdecken. Die Reise zu unternehmen um zu sehen wer ich wirklich bin. Dass ich schön bin, begehrenswert und besonders. Er hat mich stark gemacht. Und unantastbar. Und gleichzeitig macht er mich so schwach und so abhängig dass ich mich manchmal selber nicht wiedererkenne.
Als ich jetzt den Kontakt abgebrochen habe tat ich es aus Angst weiter und wieder in die Abhängigkeit zu rutschen in der ich schon einmal war. Ich weiß einfach dass ich ihn nicht in kleinen Stücken in mein Leben lassen kann. Sobald er nur in meiner Nähe ist werde ich gierig und unkontrolliert. Ich kenne dann kein Ende und kann nicht aufhören. Weil ich ihn so begehre wie ich noch keinen Mann begehrt hab. Weil ich weiß dass ich wahrscheinlich nie aufhören werde ihn zu begehren.
Worüber ich diesmal allerdings wirklich froh bin ist dass nicht mehr als der Kuss passiert ist. Ich weiß nicht was passiert wäre wenn er und ich weitergegangen wären. Wenn er erstmal wieder unter meiner Haut gewesen wäre und seine Berührungen sich wieder in meinen Körper gebrannt hätten.

09.05.2014

Human after all

Der Sturm ist vorbei. Kaum habe ich diese wichtige Entscheidung getroffen wird mein Leben wieder leichter und unbeschwerter. Ich fühle mich zum ersten Mal wieder wie ein Mensch und nicht wie eine Maschine mit Funktionsstörungen. Und ich wünsche mir jeden Tag dass das Schicksal mich nicht herausfordert und noch eine Reaktion seinerseits kommt. Neben meiner Menschlichkeit ist auch ein gewisser kreativer Fluß wieder da. Ich habe endlich die Idee für mein Buch und nun wird geschrieben.

07.05.2014

Foundations

Gestern morgen saß ich bei meiner Ärztin die mir sagte dass dies unsere vorletzte Sitzung sei. Eine noch und dann noch ein Nachgespräch in ein paar Wochen. Ich wusste ja dass dieser Tag kommen wird und jetzt bin ich gespannt wie es ohne regelmäßige Therapietermine weitergeht. Ich habe keine Angst davor. Meine Ärztin hat innerhalb dieses Jahres ein Fundament mit mir erarbeitet. Auf dieses Fundament kann ich mich stützen und weiter darauf aufbauen. Ich bin stolz auf das was wir erreicht haben. Und genau deswegen habe ich heute die Verbindung zum North Country Boy getrennt. Weil ich endgültig weiß dass die Vergangenheit einfach da bleiben soll wo sie ist. Ich weiß dass ich mehr verdiene. Und ich weiß endlich wer ich bin.

06.05.2014

North Country Boy Part 25 - This is the end!?

Ich brauche kein Ultimatum mehr. Ich habe es gerade eben beendet. Feige per SMS aber wenn ich in seine 'brown eyes' sehe, krieg ich es eh nicht raus. Ich bin keine Affärenfrau und keine die auf Anrufe wartet. Ich bin ich und ich denke ich habe ein Anrecht darauf glücklich zu sein und mein Glück zu finden. Ich will keine Fesseln mehr. Ich will Freiheit. Ich will leben. Und nicht immer nur jemanden aufbauen dem es schlecht geht. Der nicht fragt wie es mir in den letzten Wochen ging. Wie durcheinander ich war. Der einfach gar nicht fragt. Ich werde die Schönheit und Aufregung die diese gesamte Episode in sich hatte immer in meinem Herzen tragen und viele Songs werden mich an daran erinnern. Aber es ist Zeit weiterzugehen und meine Haare im Wind wehen zu lassen. I'm free to do what I want!

The Test

Wie doof kann man sich eigentlich selber finden? Ziemlich doof kann ich darauf nur antworten. Ich habe die Hoffnung fast aufgegeben dass diese Phase endlich mal aufhört. Ich fühle mich als hätte ich statt 10 Schritte vorwärts 20 zurück gemacht. Als seien alle meine Kämpfe plötzlich verloren. Dabei ist es eigentlich ganz anders. Ich glaube ich bereite mich gerade erst auf den richtigen Kampf vor. Oder wie es meine Schwester heute so schön sagte: Manchmal macht man keinen Schritt zurück sondern hält einfach mal inne.
Weise Worte die mich durch den Abend begleitet haben. Stelle ich mir jetzt selbst ein Ultimatum um das Kapitel zu beenden? Damit ich die Kontrolle habe. Oder lasse ich einfach alles passieren? Ich kann einfach nicht mehr passiv sein. Ich war so oft in meinem Leben passiv dass ich es einfach nicht mehr ertragen kann.

04.05.2014

Here comes a soul saver

Migräne quält mich als ich nach Hause komme. Und schlechte Laune habe ich auch. Ein Freund hat mir einen Link geschickt. Zuhause erwartet mich erstmal noch Wäsche und eine Suppe bevor ich mich dann vor den Computer setze. Und ziemlich viel weine. Weil ich mich an den Abend erinnere als ich auf dem Konzert war dass ich mir gerade ansehe. Und weil ich mich gerade fürchterlich einsam fühle. Weil es Sonntag abend ist und ich wieder auf mein Telefon starre. Weil mir wegen der Migräne übel ist. Weil ich Angst habe dass meine Halsschmerzen wieder was mit meinem Magen zu tun haben. Weil ich wieder rauchen will. Weil ich Angst habe dass ich wieder zunehme. Weil ich mein Leben gerade nicht ertrage. Weil ich mich gerade schwach fühle.
Während ich das Konzert anschaue ändert sich meine Laune langsam und von Minute zu Minute fühle ich mich besser. Musik kann eben alles gleichzeitig. Dich zum Weinen bringen und mal eben deine Seele retten. Dein Leben schlagartig besser machen. Wenn du schon das Gefühl hast dass deine Welt gerade den Bach runtergeht dann rettet dich wenigstens einer deiner Lieblingssänger. All' meine Liebe geht heute an den Freund der mir das geschickt hat. Nicht nur weil er eh ein großartiger Mensch ist sondern weil er mich heute Abend unbewusst gerettet hat. Danke <3

02.05.2014

Freedom

Ich habe einen anstrengenden Tag hinter mir. Anstrengend weil ich mich einerseits entschieden habe den Druck von mir zu nehmen und glücklich zu sein und andererseits meiner Mutter die Stirn bieten musste. Aber der Reihe nach. Ich will mich nicht weiter selbst hassen für mein Verhalten. Weil ich einfach viel stärker bin als ich es auch nur ahne. Und weil ich meine ganze Energie in meine Verwandlung stecken will. Nicht nur mein Körper soll sich verändern. Momentan denke ich über eine neue Haarfarbe nach und auch eventuell über einen anderen Schnitt.
Dann ein Telefonat mit meiner Mutter. Fängt harmlos an und nervt mich irgendwann gewaltig. Weil olle Kamellen aufgewärmt werden. Und zum ersten Mal wage ich es meiner Mutter die Stirn zu bieten und frage sie warum es ihr immer noch etwas ausmacht obwohl sie doch immer betont dass es ihr egal sei. Ich unterbreche ihre Opferinszenierung und es fühlt sich gut an. Ich bemerke wieder wie viele Schritte ich nach vorne gemacht habe und dass ich nicht mehr zurück kann. Zurück dahin wo ich einst war. Ich will es auch gar nicht. Ich bin nicht mehr abhängig von meiner Mutter. Ich bin endlich frei. Von Erwartungen. Und befreit von ihr.